Alarmstimmung am Freitagabend: Gastgeber Hamburger SV steht im Abstiegskampf das Wasser bis zum Halse, während der CL-Relegationsplatz der Leverkusener Gäste gleich durch zwei Verfolger bedroht wird. Unter Druck stehen somit beide Kontrahenten. "Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Wir müssen es schon fast gewinnen und dafür an unsere Leistungsgrenze gehen", gibt Mirko Slomka, der nun das Erreichen von Platz 15 als Saisonziel definierte, eine klare Ansage ab.
Beim VfB Stuttgart, der am Samstag das brisante Derby gegen den SC Freiburg austrägt, stellt sich die Lage genauso bedrohlich wie die der Hamburger dar. "Unser Team wird sich wieder voll reinhauen, versuchen, ohne Angst aufzutreten, und bis zum Schluss fighten", erklärt VfB-Präsident Bernd Wahler, der gleichzeitig auch einen Appell an beide Lager adressiert: "Bei aller Brisanz wünsche ich mir, dass das Derby sowohl auf dem Platz als auch außerhalb fair bleibt". Im ersten Sonntagsspiel der 29. Runde versprüht das Niedersachsen-Duell zwischen Braunschweig und Hannover dann eine hochkarätige Mischung aus Lokalkolorit und Abstiegskampf. 96-Sportdirektor Dirk Duffner bestätigte, dass seine Mannschaft natürlich einen Sieg anstrebe, diese Partie aber lediglich nur einen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt der "Roten" bedeute. Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht erinnert an die ordentlichen Resultate der "Löwen" in den letzten Spielen und hofft auf eine Fortsetzung: "Wir sind dran und haben die Möglichkeit, zuhause weitere drei Punkte einzufahren, was bei einem Derby natürlich nochmal ein besonderes Geschmäckle hätte."
Ein direkter Schlagabtausch zweier im Vorderfeld platzierter Mannschaft bietet nur die Begegnung Borussia Dortmund vs. VfL Wolfsburg, die am Samstagabend stattfindet. "Das ist ein absolutes Spitzenspiel, und Wolfsburg in einer guten Phase. Die auf Abstand zu halten, das wäre schon ein großer Schritt", meint Jürgen Klopp. Sein VfL-Pendant Dieter Hecking sieht Chancen für die "Wölfe", den Rückstand zu verkürzen: "Beim BVB brauchen wir sehr viel Mut, die nötige Ruhe, Passsicherheit aber auch Risikobereitschaft in der Vorwärtsbewegung. Die Voraussetzungen, in Dortmund etwas mitzunehmen, sind absolut gegeben". Am Sonnabend sind des Weiteren die Partien Werder Bremen vs. FC Schalke, Nürnberg gegen Mönchengladbach, Augsburg gegen Bayern München sowie die stets brisante Partie Frankfurt gegen Mainz angesetzt. "Wir haben auch in der Hinrunde ein gutes Spiel gemacht, das wir leider in letzter Minute verloren haben. Da haben wir noch etwas gut zu machen", hofft Frankfurts Co-Trainer Reiner Geyer, der für den bei der Pressekonferenz verhinderten Armin Veh einsprang, dass diesmal die Hessen das bessere Ende für sich behalten. Zum Abschluss treffen die beiden sicher im Mittelfeld verankerten Tabellennachbarn Hertha BSC und 1899 Hoffenheim aufeinander.
Unsere Ambition im Meisterjahr war es nur, nicht abzusteigen.
— Erich Maas zur legendären Deutschen Meisterschaft von Eintracht Braunschweig 1967.