Chelsea verspielte die letzte Chance, sich über die Liga für die Champions League zu qualifizieren. Für Liverpool war der 4:1-Sieg über die "Blues" allerdings nur ein schwacher Trost ...
Pokalsieger gegen Pokalsieger: Der FC Liverpool, Gewinner des Carling-Cups 2011/12, empfing im letzten Punktspiel der Saison an der Anfield Road den FC Chelsea, der drei Tage zuvor das FA-Cup-Finale mit 2:1 gegen die „Reds“ für sich entschieden hatte. Die Gäste aus London traten mit einer Elf an, die mutmaßlich wenig Ähnlichkeit mit jener Formation aufweist, die im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern erwartet wird. Und sie war auf acht Positionen verändert gegenüber der Startformation, die drei Tage zuvor das Finale im Wembley-Stadion gewann. „Blues“-Coach Roberto Di Matteo ging hohes Risiko - und verlor. Für Chelsea stand schließlich noch die Chance im Raum, Platz vier in der Liga zu erreichen. Die 1:4-Pleite von Liverpool manifestierte jedoch den sechsten Rang; die schlechteste Platzierung der „Blues“ seit 2002.
Liverpools Saison war ebenfalls miserabel, zumindest konnte man sich aber ordentlich vom Heimpublikum aus der Saison verabschieden und für die Pokalniederlage revanchieren. Die „Reds“ trafen beim Versuch, das Spiel an sich zu reißen, auf nur geringen Widerstand und gaben die ersten Torschüsse ab. Die dickste Möglichkeit vergab jedoch Chelsea, als Ivanovic nach einem Eckball freistehend nur gegen den Pfosten köpfte. Mit der 1:0-Führung im Rücken - ein Eigentor Essiens, von Suarez angeschossen (19.) - lief die Sache für Liverpool wie geschmiert. Henderson (25.) und Agger (28.) überwanden die fehlerbehaftete Defensive Chelseas zum 3:0-Pausenstand, der noch deutlicher hätte ausfallen können, denn Downing ließ eine Elfmeterchance aus (Ivanovic rempelte Carroll). Sein Schuss prallte vom linken Pfosten zurück ins Feld, Carroll setzte den Abpraller rechts neben das Tor (45.). Torres scheiterte an alter Wirkungsstätte mit einem Schuss, der vom Querbalken zurückgeworfen wurde. Ein Zufallstreffer von Ramires, von dessen Hüfte der Ball ins Netz prallte, verkürzte Chelseas Rückstand kurzfristig (50.), doch ein katastrophales Ballwegschlagen von Gästekeeper Turnbull leitete den Dreitoreabstand wieder ein: Shelvey, auf den das Leder gespielt wurde, zog aus gut 30 Metern ab und traf zum 4:1-Endstand ins verwaiste Tor (61.).
André Schulin
Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
— Mehmet Scholl als werdender Vater