Mindestens zwei Verlierer des ersten Spieltags werden punkten, mindestens zwei Gewinner nicht auf die Maximalausbeute kommen. An den letzten internationalen Titelerfolg der Bayern hat lediglich ein Akteur des Gegners hautnahe Erinnerungen ...
Zwei Spiele, vier Verlierer: Die Begegnungen FC Schalke gegen Köln und Hamburger SV gegen Hertha BSC führen ausschließlich Mannschaften zusammen, die beim Start in die neue Saison auf der Stelle kleben blieben. Um sich beim Heimspielauftakt gegen den FC einige Überraschungsmomente offen zu halten, beschloss man auf Schalke, das Abschlusstraining unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. Kein Geheimnis ist, dass sich Schalke dabei keine Gedanken um Geißbock-Stürmer Milivoje Novakovic zu machen braucht, der sich als einziger Akteur des ersten Spieltags eine Sperre einhandelte (Gelb-rot). Eine Art Sperre im Kopf hatte Hertha-Coach Markus Babbel seiner Elf bei der Auftaktpleite gegen Nürnberg attestiert. Mit dem zu erwartenden Einsatz Raffaels von Beginn an erhoffen sich die Berliner eine Steigerung der Kreativität. Der HSV indes dürfte den schwersten Gang bereits hinter sich haben. „Gegen Hertha erwartet uns ein völlig anderes Spiel …“, ist sich Michael Oenning darüber klar, dass sein Team - anders als in Dortmund - genügend Raum zur Spielgestaltung bekommen wird. Möglich wäre das Bundesliga-Debüt des Norwegers Per Skjelbred. „Er ist spritzig, ich spiele mit dem Gedanken, ihn zu bringen“, verriet Oenning.
Zwei Spiele, vier Gewinner: Um die Chance, sich mit einem weiteren Sieg vorerst oben in der Tabelle festzusetzen, geht es jeweils für die beteiligten Klubs der Spiele Nürnberg gegen Hannover und Gladbach gegen Stuttgart. Gladbachs unvermuteter Auswärtserfolg in München birgt die Gefahr des Verlusts von Bodenhaftung. „Man darf nicht vergessen, dass wir die vergangene Spielzeit auf dem 16. Platz abgeschlossen haben. Jedes Spiel wird genauso schwierig wie das erste …“, versucht Lucien Favre mit einem Hinweis auf die kritische letzte Saison dem vorzubeugen. Auch der VfB hatte lange um den Klassenerhalt zu ringen gehabt und startete gut in die neue Punktserie. „Die Leichtigkeit ist wieder da. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir nicht leichtsinnig werden“, brachte Christian Gentner die Lage auf eine griffige Formel. Nürnberg und Hannover trennten sich im letzten Jahr mit jeweiligen 3:1-Heimerfolgen. „Ich denke, dass es eine richtig harte Nuss wird“, glaubt Dieter Hecking. „Aber wir sind bereit, sie zu knacken …“. Die noch angeschlagenen Nilsson und Frantz werden sich nicht als Nussknacker bewähren können.
Seit ihrem gemeinsamen Aufstieg in der Saison 2008/09 konnten sich der SC Freiburg und der FSV Mainz nicht nur in der Bundesliga festsetzen, den Weggefährten gelang sogar eine Verbesserung im zweiten Jahr. Ob es in diesem dritten, gemeinsamen Erstligajahr zum Bruderduell zwischen Daniel (Freiburg) und Marco Caligiuri (FSV) kommt, steht noch nicht fest. Voller Spannung sind die Blicke nach Sinsheim gerichtet, wo die TSG 1899 Hoffenheim ausgerechnet gegen den superb gestarteten BVB unter Druck steht, die ersten Saisonzähler einzufahren. Nicht minder schwere Belastung dürfte auf den FC Bayern-Profis liegen, die in Wolfsburg die Heimscharte gegen Gladbach auswetzen wollen. „Meine Mannschaft soll nicht nur auf die Bayern reagieren, sondern wir wollen selbst agieren“, erhofft sich Felix Magath in diesem Spiel eine aktive Rolle seiner „Wölfe“. Interessanter Nebenaspekt dieser Partie: Neu-„Wolf“ Hasan Salihamidzic ist der einzige noch verbliebene Akteur, der beim letzten Bayern-CL-Triumph (Mai 2001) dabei war.
Bundesliga-Debütant FC Augsburg muss sein erstes Auswärtsspiel auf dem Betzenberg absolvieren. Für Coach Jos Luhukay ist diese Atmosphäre nichts Unbekanntes. "Kaiserslautern muss uns erst einmal aus dem Rhythmus bringen und unsere Stabilität knacken“, macht er sich und seinen Spielern Mut. Noch besser kennt Axel Bellinghausen die Szenerie bei den Pfälzern. „Da gibt es viele Hände zu schütteln …“, meint der frühere Lauterer (2005 bis 2009). Bayer Leverkusen und Werder Bremen, mit gänzlich unterschiedlichen Erfahrungen in die neue Saison gestartet, beschließen den zweiten Spieltag. Sehr wahrscheinlich, dass der erst kürzlich verpflichtete Bernd Leno im Kasten der Gastgeber steht. Die Besetzung des Mittelfeldes ist offener. „Michael und Simon sind beides Strategen. Aber wir brauchen auf den drei zentralen Positionen neben dieser Fähigkeit auch eine hohe Laufbereitschaft“, deutet Robin Dutt zumindest an, dass ein Duo Ballack/Rolfes eher nicht zu erwarten ist. Bei Werder ist noch nicht mit einem Comeback Naldos zu rechnen, auch Pizarro dürfte bestenfalls einen Teilzeiteinsatz bekommen.
Felix Magath
•Trainer•Deutschland
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Eine Stunde habe ich in der Kabine gewartet und gehofft, dass wir gewinnen. Als wir verloren haben, war ich völlig down. Man fragt sich: Hat es Sinn, weiterzumachen?
— Axel Kruse, VfB Stuttgart, nach einer Roten Karte im Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.