Das Wochenende brachte Spielausfälle im Norden, einen Führungswechsel im Südwesten und einen nunmehr klaren Tabellenführer in der Regionalliga Nord/Ost. Viktoria Köln stabilisierte seine Tabellenführung im Westen, Illertissen und Seligenporten bestätigten sich als Bayerns Beste.
Starke Regenfälle ließen einen Großteil der Spiele in der Nord-Staffel ausfallen. Davon nicht betroffen war das Gastspiel Holstein Kiels beim VfB Lübeck, das die Elf von Trainer Thorsten Gutzeit mit 2:0 für sich entschied. Während die erste Halbzeit des Derbys noch halbwegs ausgeglichen verlief, setzte sich Holstein anschließend verdient dank der Treffer von Heider (61.) und Hebler (90.) durch. „Mit Kiel können wir uns nicht messen“, musste Lübecks Coach Ramazan Yildirim schließlich ernüchtert feststellen. Das 1:1-Unentschieden bei der U 23 des VfL Wolfsburg passte laut Trainer Frank Eulberg prima in die positive Serie seines Goslarer SC: „Heute haben wir eines unserer besten Spiele abgeliefert. Gerade die erste Halbzeit hat mich beeindruckt.“ Die vier Partien davor hatte der Aufsteiger gewonnen und sich damit im Vorderfeld der Liga festgesetzt. Dorthin kehrte auch der VfR Neumünster zurück, der Hannovers U 23 mit 3:2 bezwang.
RB Leipzig setzte sich in der Regionalliga Nord/Ost nun doch deutlich ab. Zum eigenen 2:0-Heimsieg gegen den ZFC Meuselwitz kamen die Niederlagen Magdeburgs und Halberstadts (0:3 beim FSV Zwickau) begünstigend hinzu. Der 1. FC Magdeburg verlor überraschend auf eigenem Platz gegen Hertha II, obwohl die Gäste ab der 13. Minute (Rote Karte für Breitkreuz) in Unterzahl spielten. Kachunga (17.) und Stephan (80.) trafen bei Herthas 2:0-Erfolg. Den Gastgebern glückte durch Viteritti lediglich ein Aluminiumtreffer; auch andere Tormöglichkeiten wurden nicht genutzt. Tabellenschlusslicht Union Berlin II traf das Tor auch nicht. Im durchaus chancenreichen Vergleich mit den Gästen der TSG Neustrelitz blieb es beim 0:0. „Hinten stand die Null, das ist gegen diesen mit Standards immer gefährlichen Gegner gut. Trotz guter Möglichkeiten haben wir aber auch vorne eine Null zu stehen, das ist frustrierend“, zog Union-Coach Engin Yanova eine geteilte Bilanz.
Ein wenig Glück war auch mit im Spiel, dass Viktoria Köln in der Partie gegen die Sportfreunde Lotte die Nase mit 3:1 vorn behielt. In den ersten 45 Minuten bestimmten die Domstädter die Begegnung, im zweiten Abschnitt jedoch trafen die nun verbesserten Gäste nur das Gebälk und ließen eine Elferchance aus (84., Schmidt scheiterte an Kölns Keeper Poremba). Viktorias Kapitän Wunderlich war mit zwei Treffern der Matchwinner. Lokalrivale Fortuna Köln blieb dem Spitzenreiter aber auf den Fersen. Bereits in der ersten Spielminute leistete sich Bergisch Gladbachs Torwart Forsbach ein Foul gegen Fortuna-Stürmer Kraus, das mit der Roten Karte geahndet wurde. Pagano nutzte die Strafstoßchance zur 1:0-Führung und gegen die dezimierte Gastgeberelf kamen die Kölner schließlich zu einem 5:1-Erfolg. Rot Weiss Essen und der FC Schalke II (0:0 im direkten Vergleich) sowie der Wuppertaler SV Borussia (3:3 beim MSV II) mussten ein weiteres Stückchen zum Spitzenreiter der Regionalliga West abreißen lassen.
Zum zweiten Mal schnappte sich die SV Elversberg die Tabellenführung im Südwesten - und zwar durch einen 2:1-Sieg im direkten Vergleich mit dem größten Rivalen, der U 23 Hoffenheims. „Meine Mannschaft hat in einem Spitzenspiel, das diesen Namen auch verdient hat, leidenschaftlich gekämpft“, lobte SVE-Trainer Jens Kiefer sein Team und erklärte, den ersten Rang verteidigen zu wollen. Den SSV Ulm darf Kiefer dabei aber nicht aus den Augen verlieren, denn die „Spatzen“ kamen durch ein spätes Tor von Toure (87.) noch zu einem Auswärtspunkt bei Bayern Alzenau (Endstand 1:1) und blieben in Reichweite. Das 0:0-Unentschieden des FSV Frankfurt II beim 1. FC Eschborn bewahrte die Hessen nicht vor dem Absturz ans Tabellenende. Und Ortsrivale Eintracht Frankfurt II rückte nach seiner 1:3-Niederlage bei Wormatia Worms auf Augenhöhe des FSV herunter.
Mit einem knackigen 5:2-Auswärtserfolg beim SC Eltersdorf steckte der FV Illertissen die beiden zuvor sieglosen Partien weg und blieb vor dem noch Anschluss haltenden SV Seligenporten (3:1 beim VfL Frohnlach) Spitzenreiter der Regionalliga Bayern. „Vor allem haben wir unsere spielerischen Möglichkeiten genutzt. Die Mannschaft gab die richtige Antwort auf die letzte schwächere Leistung“, kommentierte Illertissens Coach Holger Bachthaler den ungefährdeten Sieg. Sein Eltersdorfer Pendant Ludwig Preis hatte eine gänzlich anders lautende Botschaft für sein Team parat: “Ich fühle mich im Stich gelassen von der Mannschaft, werde sie jetzt nicht mehr in Schutz nehmen. Einige meinen, sich nicht mehr opfern zu müssen, die werden eben in Zukunft zu Hause bleiben.“
Ich war in meinen jungen Jahren noch auf eine gewisse Art unbelehrbar.
— Sandro Wagner im Sport1-,,Doppelpass" über seinen Karriereweg.