Der FSV Mainz 05 gehörte zu den positiven Überraschungen der noch jungen Saison. Gegen Nürnberg lagen die Rheinhessen schon nach 21 Minuten mit 2:0 vorne und gaben die Führung danach auch nicht mehr ab. Die Franken hielten zwar in der restlichen Spielzeit besser dagegen, aber konnten lediglich auf 1:2 verkürzen.
Die als Schnellstarter bekannten Mainzer erwischten auch im Heimspiel gegen Nürnberg einen Auftakt nach Maß. Dabei hatte die Partie mit zehn Minuten Verspätung begonnen, weil die Anhänger der Gästemannschaft noch im Stau steckten. Aber selbst von dieser Verzögerung ließen sich die Rheinhessen nicht aus dem Rhythmus bringen. Die Defensivtaktik der Franken, hinten kompakt zu stehen und nach vorne auf Konter zu setzen, wurde schnell über den Haufen geworfen. Lediglich in den ersten Minuten setzten die Clubberer ein paar schnelle Gegenstöße. Doch danach nahm der Druck der Mainzer immer mehr zu und führte in der zwölften Minute zum verdienten Führungstreffer der Platzelf. Nicolai Müller gewann im Mittelfeld den Zweikampf gegen Plattenhardt, hatte danach freie Bahn und schoss den Ball ins lange Toreck. Nach dem 0:1 versuchten die Nürnberger zumindest, mehr für die Offensive zu tun. Doch für mehr Torgefahr sorgten sie damit zunächst nur vor dem eigenen Gehäuse - gegen Mainzer, die bekanntlich gut kontern konnten. Mit einem langen Pass hebelte Baumgartlinger die Nürnberger Viererkette aus. Ivanschitz kam alleine vor dem gegnerischen Tor an den Ball, umkurvte Club-Schlussmann Rakovsky und schob dann ins leere Tor ein (21.). Mit der beruhigenden Führung im Rücken schalteten die Rheinhessen ein paar Gänge zurück und ließen den Club kommen. Gefährlich wurde der Gast vor allem nach hohen Bällen, und wenn Kiyotake daran beteiligt war. Nach einer Flanke des Japaners flog Pekharts Kopfball rechts am Tor vorbei (31.). Als der Mittelfeldspieler selbst aus der Distanz den Abschluss versuchte, war der Mainzer Keeper Wetklo zur Stelle (31.). Nach Kiyotakes Freistoßflanke köpfte Nilsson in der 39. Minute noch am Ziel vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später machte es der schwedische Innenverteidiger - im Anschluss an einen erneuten Freistoß des Japaners - besser und erzielte per Kopf den Anschlusstreffer.
In der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer in der Mainzer Arena ein verteiltes Spiel. Die Nullfünfer suchten wieder die Offensive. Die Gäste hielten im Gegensatz zur Anfangshalbestunde diesmal dagegen und nahmen selbst den Ausgleich ins Visier. Die Rheinhessen besaßen jedoch die besseren Möglichkeiten. Nach einem Eckball knallte Kirchhoffs Kopfball an die Querlatte (57.). Nach einem Freistoß traf zwar der Mainzer Innenverteidiger das Tor, allerdings blieb dem vermeintlichen 3:1 zu Recht die Anerkennung verwehrt, weil der Torschütze zuvor im Abseits gestanden hatte (68.). Eine gute Viertelstunde vor dem Schluss brachten die Franken mit Frantz, Mak und Polter gleich drei neue Kräfte auf einmal (74.). Unter anderem verließ dafür Balitsch den Platz, der elf Minuten später auf der Bank die fünfte Gelbe Karte sah, weil er beim Schiedsrichter die aus seiner Sicht zu robuste Spielweise des gegnerischen Angreifers Szalai reklamierte. Damit war er ausgerechnet für das Derby gegen Bayern München gesperrt. Ansonsten brachte die Schlussoffensive der Franken nichts zustande, und die Mainzer durften am Ende den vierten Heimsieg in Folge feiern.
Senthuran Sivananda
Eine Stunde habe ich in der Kabine gewartet und gehofft, dass wir gewinnen. Als wir verloren haben, war ich völlig down. Man fragt sich: Hat es Sinn, weiterzumachen?
— Axel Kruse, VfB Stuttgart, nach einer Roten Karte im Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.