Meisterschaft möglich

von Günther Jakobsen14:31 Uhr | 29.03.2013

Ein aus Münchner Sicht optimaler Verlauf - eigener Erfolg gegen den Hamburger SV sowie kein Sieg des BVB in Stuttgart - könnte die Bayern bereits am 27. Spieltag zum Meister machen.

Dortmunds Gastspiel in Stuttgart wird dem FC Bayern aufzeigen, ob er im Spätspiel des Samstags gegen den Hamburger SV seinen 23. Meistertitel vollenden kann. „Ganz ehrlich - die Bayern könnten es doch mit Sicherheit verschmerzen, wenn sie erst am 28. Spieltag die Meisterschaft einfahren würden“, wies HSV-Coach Thorsten Fink, der als Aktiver 150 Bundesligapartien für den FCB bestritt, augenzwinkernd darauf hin, dass seine Elf die Punkte wohl dringender benötigt als die Münchner. Dortmund muss in Stuttgart auf Hummels und Blaszczykowski verzichten, dem VfB fehlt neben etlichen Langzeitverletzten der gesperrte Molinaro.

Speziell nach dem dramatischen Hinspiel (3:2 für Bayer) wird das Westderby Fortuna Düsseldorf vs. Leverkusen eine interessante Angelegenheit. Fortunas Puffer auf die Augsburger schmolz bis auf fünf Punkte zusammen - eine Niederlage könnte den FCA, das drittbeste Team der Rückrunde, in Schlagdistanz bringen. Für Leverkusen kommt es darauf an, nach zuletzt zwei Niederlagen in die Erfolgsspur zurückzufinden. Augsburg empfängt die nicht gerade mit Auswärtsstärke gesegneten 96er. Hoffenheims angespannte Situation erlaubt eigentlich keinen Ausrutscher mehr. Die Kraichgauer brauchen im Abstiegskampf jeden Punkt, treffen beim FC Schalke jedoch auf einen Gastgeber, der eigene ehrgeizige Ziele verfolgt: „Im Kampf um die Champions-League-Plätze ist noch nichts verloren“, will Jens Keller die Königsblauen erneut in der Königsklasse sehen.

Für den FSV Mainz und Borussia Mönchengladbach stehen ebenfalls noch gute Perspektiven auf internationale Startplätze im Raum. Die 05er empfangen Werder Bremen, das angesichts instabiler Leistungen durch den Ausfall Junuzovics (Knieverletzung) und Ignjovski weiterhin geschwächt wird. Gladbach reist zum SC Freiburg, dessen Coach Christian Streich zunächst einmal die Köpfe seiner Schützlinge freiräumen will: „Wir haben zuletzt zweimal nicht wenige Gegentore bekommen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei ...“

Im Hinspiel der Erstligapaarung VfL Wolfsburg vs. 1. FC Nürnberg stand Wolfsburgs Coach Dieter Hecking noch auf der anderen Seite. „Zu viel Wissen über den Gegner ist nicht gut“, behauptet Hecking, dass seine Kenntnisse über die Club-Mannschaft keinen wesentlichen Vorteil bringen. Sein Nachfolger Michael Wiesinger denkt ähnlich: „Groß überraschen kann er uns nicht, wir ihn aber auch nicht.“ Gemessen am recht konträren Tabellenstand wäre es eine größere Überraschung, wenn die SpVgg Greuther Fürth, im zweiten Sonntagsspiel, Eintracht Frankfurt bezwingen würde. Die Serie von zuletzt sechs sieglosen Partien der Hessen relativiert die Einschätzung allerdings. „Wir werden uns was überlegen und versuchen Nadelstiche zu setzen ...“, äußerte sich SpVgg-Coach Frank Kramer vage dazu, wie er das Tabellenschlusslicht einstellen wird.



„Spielt man Fußball, dann spielt man Fußball. Wenn man Rugby spielen will, spielt man eben Rugby."

— Victor Agali, Hansa Rostock, nach vier Platzverweisen für den Gegner SSV Ulm, 1999.