DFB-Team

Mieses 4: 0

von Günther Jakobsen15:07 Uhr | 15.11.2014

Ausverkauftes Haus im gebührenfreien Nürnberg (statt Bremen) trotz eines Gegners, der eigentlich nur als "Opfer" angereist war. Doch die Steilvorlage wurde vom DFB-Team nicht sonderlich genutzt. Gegen eine fünftklassiges Truppe voller Freizeitkicker bot der Weltmeister eine klägliche 4:0-Vorstellung.

Erstmals blieb Gibraltar in der EM-Quali in den ersten zehn Spielminuten ohne Gegentor. Dieses fiel nach zwei Großchancen für Müller und Kroos dann aber durch Thomas Müller nach zwölf Uhrzeigerumdrehungen. In der erwartungsgemäß einseitigen Partie hatte sich der dynamische Mustafi einmal mehr am rechten Flügel ins Spiel gebracht. Seine Flanke touchierte und überraschte als Pfostenabpraller Keeper Robba und fiel dem Bayern-Angreifer so vor die Füße, so dass der die Kugel mühelos einstochern konnte. Die Angriffswellen der Deutschen liefen zwar weiter in Richtung des Gibraltar-Kastens, doch Kreativität und Durchsetzungsvermögen gingen dem Löw-Team dabei völlig ab. Erst als Podolski nach feinem Steilpass von Götze am linken Flügel ein optimale, flache Hereingabe auf den Torraum für Thomas Müller am zweiten Pfosten gelang, klingelte es erneut (29.). Auch das 3:0 war schön herausgespielt und fiel durch Götze nach feinem Doppelpass mit Kruse (38.). Kurz vor der Pause durfte auch Kapitän Neuer unerwartet sein Können zeigen, denn Walker schoss von der Linksaußenposition aus 30 Metern urplötzlich mit einer kräftigen Bogenlampe aufs lange Eck, doch der DFB-Tormann war auf dem Posten (45.).

Natürlich war Deutschland auch im zweiten Durchgang hochüberlegen, doch Torchancen wurden wenige herausgeholt. Die dicht gestaffelte Deckung der Amateurfußballer zeigte zudem keine konditionellen Mängel bis zum Abpfiff. Dieses Kalkül der Beobachter und Akteure des Weltmeisters ging somit absolut nicht auf. Im Gegenteil. Das Spiel der Löw-Truppe wurde immer einfallsloser und nur positiv unterbrochen, weil Santos eine Flanke von Podolski unglücklich ins eigene Tor zum 0:4 abfälschte (67.). Die nächste Chance hatte dafür der krasse Außenseiter, doch Neuer war erneut gegen Garcia aufmerksam (74.). Gefühlte zwanzig Mal schoss das DFB-Team im zweiten Durchgang zwar aus der zweiten Reihe, traf aber meist nur ins zweite Obergeschoss, durchweg meilenweit vom Einschlagsziel entfernt. Auch in der Schlussphase fiel Schöpferisches beim Favoriten flach, so dass es beim blamablen 4:0-Erfolg gegen den krassen Außenseiter blieb.

Ulrich Merk



Ich wollte einen Freund im Saarland besuchen, bekam die Reise von meinen Eltern wegen eines gut bestandenen Abiturs. Ich rief ein paar Tage später an. Leute, ich bleibe hier!

— Jay-Jay Okocha 1992 auf die Frage, wie er Fußballprofi wurde.