In einem eher schwachen Auftritt teilten sich die kriselnden Clubs aus Hamburg und Leverkusen die Punkte. Kurz vor der Pause war der HSV durch einen verwandelten Handelfmeter in Führung gegangen, Schürrle glich in der zweiten Halbzeit für Bayer aus. Mit neuem Trainergespann durfte sich die Werkself am Ende über einen Punkt freuen, aber auch die Hamburger fuhren einen wichtigen Zähler ein.
Nach der Entlassung von Robin Dutt stand das Duo Sami Hypiäa und Sascha Lewandowski vor seiner Bundesliga-Premiere für Bayer 04 Leverkusen. Eine Serie von vier Niederlagen in Folge galt es zu beenden, um weiter um die Plätze nach Europa mitreden zu können. Dafür setzten die Trainer-Neulinge ihre Hoffnungen in den zuletzt geschassten Michael Ballack, der von Anfang an auflief. Zu Gast war bei Bayer beim Hamburger SV, der seine eigene Niederlagenserie am vergangenen Spieltag gegen Kaiserslautern beendet hatte. Die Gastgeber starteten abwartend und ließen Leverkusen kommen, die Werkself schaffte es jedoch nicht, sich entscheidend vor das von Drobny gehütete Tor zu spielen. So wurde auch der HSV mutiger und nahm nun aktiver am Spiel teil. Das hätte sich auch fast bezahlt gemacht, doch Jansen war nach achtzehn Minuten zu überrascht von der Hacken-Vorlage Bergs und brachte nicht genug Druck hinter den Ball. Auch danach lagen die größeren Spielanteile auf Seiten der Hamburger, die meisten Angriffsversuche beider Teams verpufften jedoch bereits im Mittelfeld. Die nächste gute Möglichkeit hatten erneut die Gastgeber, doch Bergs Drehschuss ging am Tor vorbei (25.). Nach einer Vielzahl misslungener Flanken und nicht effektiven Freistößen gab es erst kurz vor der Halbzeit wieder einen Grund zur Aufregung. Castro blockte eine Flanke von Aogo mehr mit dem Arm als mit dem Körper ab und Schiedsrichter Stark entschied auf Elfmeter. Petric verwandelte sicher (40.), die aktivere von zwei verunsichert auftretenden Mannschaften lag in Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Leverkusen fast noch ausgeglichen, doch Kadlec scheiterte nach Kombination über Castro, Schürrle und Renato Augusto am gut aufgelegten Drobny.
Vielleicht von der ersten guten Chance angespornt, hatte Leverkusen direkt nach dem Seitenwechsel die nächste Möglichkeit. Schürrle legte im Strafraum schön auf Kießling ab, doch erneut reagierte Drobny klasse und parierte. Bayer fand nun wesentlich besser statt als noch im ersten Durchgang und wurde dafür schnell belohnt. Eine Ecke von Castro köpfte Kießling Richtung Tor. Dort klärte Tesche noch, traf dabei aber seinen Kollegen Westermann, von dem der Ball an die Latte sprang. Dann hatte auch die Hamburger Glücksfee genug gesehen, den erneuten Abpraller köpfte Schürrle in die Maschen (55.). Nach dem Ausgleichstreffer blieben die Gastgeber die mutigere Mannschaft, schafften es aber nicht, sich weitere klare Torchancen zu erspielen. In der 71. Minute brachte HSV-Trainer Fink Töre, der über die rechte Seite noch einmal Schwung in das Spiel der Hanseaten brachte. Die Werkself fand offensiv nun kaum noch statt, doch auch die Hamburger Angriffsbemühungen verpufften meist im Nichts. Am gefährlichsten war da noch ein Schuss von Petric aus der 82. Minute, den Torhüter Leno allerdings stark zur Ecke klärte. Kurz vor Spielende zeigte ein Flitzer den Teams, was Tempo bedeutet; von den eigentlich Aktiven kam bis zum Abpfiff nicht mehr viel.
Lisa Ramdor
Zur Schiedsrichterleistung will ich gar nichts sagen, aber das war eine Frechheit, was da gepfiffen wurde!
— Stefan Reuter