Die Nachrichtenlage zur Liga war unter der Woche hauptsächlich von Veränderungen im Trainerbereich geprägt. Erhebliche Fortschritte in Richtung Klassenerhalt sind am 29. Spieltag für die beteiligten Klubs der Duelle Hertha vs. Köln und Freiburg vs. Mainz möglich.
Runde 29 - der Spieltag nach dem "Trainerbeben". Unter der Woche hatte der Hamburger SV, nach Mirko Slomka, Joe Zinnbauer und dem 2-Spiele-Intermezzo Peter Knäbels, die vierte in dieser Saison als Übungsleiter fungierende Personalie präsentiert: Bruno Labbadia, der einen 15-Monatsvertrag unterschrieb - inklusive Zweitligagültigkeit -, soll in den restlichen sechs Partien das Kentern vermeiden. Die erste Station ist am Sonntag das Bremer Weserstadion. Werder-Coach Viktor Skripnik, einst als Bremer Spieler Teamkollege von Labbadia, will diesen Nord-Klassiker jedoch unbedingt gewinnen: "Wir haben am letzten Spieltag schon gegen einen Tabellenletzten verloren, das soll nicht wieder passieren."
Zwei weitere Klubs machten klar Schiff in Sachen nächste Saison: Borussia Dortmund (am Samstag gegen Paderborn) hatte zwar noch keinen neuen Trainer parat, bestätigte aber auf einer Pressekonfernz mit Jürgen Klopp den Abgang des Übungsleiters zum Saisonende. "Ich glaube, dass Borussia Dortmund eine Veränderung braucht", begründete Klopp seine Entscheidung, nach sieben Jahren getrennte Wege zu gehen. Der VfB Stuttgart (Samstag in Augsburg) soll sich angeblich für die kommende Spielzeit mit Alexander Zorniger einig sein, der in den letzten Jahren RB Leipzig bis in die Zweite Liga führte. Huub Stevens erklärte dazu, er habe davon nur gelesen. Beim FC Bayern (in Sinsheim) wechselten von einem Tag auf den anderen die Ansprechpartner der medizinischen Abteilung: Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt und sein Team erklärten die Niederlegung ihrer Arbeit beim Tabellenführer, da ein Bruch im Vertrauensverhältnis entstanden sei.
Am Sonnabend hoffen im Spätspiel sowohl der Gastgeber Hertha BSC wie auch die Gäste aus Köln (jeweils 33 Punkte) auf eine positive Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt, die ein Sieg bedeuten würde. "Wir haben uns die gute Ausgangsposition erarbeitet", erklärte Herthas Geschäftsführer Sport Michael Preetz und pries die gesteigerte defensive Stabilität der Mannschaft. Zuvor steht für Hannover (29) das schwere Auswärtsspiel in Leverkusen an, während Freiburg (29) im Duell mit Mainz (31) auf einen Big-Point lauert.
Den Auftakt des Spieltages markiert das Gastspiel der Gladbacher in Frankfurt. "Alex Meier Eins zu Eins zu ersetzen geht nicht", benennt Thomas Schaaf ein drückendes Problem der Eintracht, die den Rest der Saison auf ihren gefährlichsten Goalgetter verzichten muss (Patellasehnen-OP). Weitere Ausfälle - Stendera, Russ, Zambrano - verstärken die Sorgen der Gastgeber vor dem Vergleich mit dem Tabellengritten.
Der Tabellenzweite aus Wolfsburg musste am Donnerstag im EL-Hinspiel gegen den SSC Neapel eine deftige 1:4-Schlappe verkraften, die ein Erreichen des Halbfinales illusorisch erscheinen lässt. Derart "naiv und kopflos", wie Dieter Hecking meinte, dürften die "Wölfe" am Sonntagnachmittag gegen den FC Schalke kaum noch einmal auftreten.
Nach Dallas und Denver war bei uns in Düsseldorf am meisten los.
— Günter Thiele von Fortuna Düsseldorf im ZDF-Sportstudio (1985), über die Bildung eines neuen F95-Vorstandes.