Die Tabellennachbarn der Saison 2013/14, Werder Bremen (Platz 12) und Hertha BSC (Platz 11), treffen am ersten Spieltag aufeinander. Beider Zielsetzung ist eine Verbesserung gegenüber der letzten Spielzeit. Im Hinterkopf will sich Bremen hauptsächlich vom Abstiegskampf fernhalten, während die Hertha von der Chance auf einen EL-Startplatz träumt.
Es war zwar nur ein Vorbereitungsspiel, aber immerhin schon das neunte, das man ohne Niederlage bestritt - und es war ein 3:0-Erfolg über den englischen Spitzenklub Chelsea FC vor mehr als 30.000 Fans: Werder Bremen könnte mit den Resulten der bisherigen Saisonvorbereitung ziemlich zufrieden sein. "Das Ergebnis ist absolut zweitrangig. Wir müssen unser Selbstbewusstsein aus guten Aktionen ziehen und nicht aus Ergebnissen. Das Wichtigste ist, dass wir Trainingsinhalte umsetzen. Das habe ich heute phasenweise gesehen". Robin Dutts verhaltene Analyse, sowie Stimmen aus dem Spielerkreis, ließen jedoch erkennen, dass die Grünweißen die Bedeutung der Testspiele nicht überschätzen wollen. Die schwierige letzte Spielzeit bietet dafür auch keinen Anlass. Dennoch will man in der Weser den "Nächsten Schritt" machen (Sportdirektor Thomas Eichin), der da heißt: weg vom Abstiegskampf, Zielvorgabe einstelliger Tabellenplatz. Da Werder mit Aaron Hunt (zum VfL Wolfsburg) seine zentrale Offensivkraft verlor, waren Neuzugänge für den Angriff unerlässlich. Den Einkauf hochdotierter Spieler erlaubt das schmale Budget nicht, als passende Verstärkung wurden deshalb die ablösefreien Fin Bartels (von St. Pauli) und der bosnische Nationalspieler Izet Hajrovic (von Galatasaray) verpflichtet, die vornehmlich über die Flügel kommen. Für das Sturmzentrum könnte der frischgebackene U-19-Europameister Davie Selke eine ernsthafte Alternative werden. "Andere Klubs können sich die Anrufe bei uns sparen", wies Eichin Begehrlichkeiten von Ligakonkurrenten zurück, die auf das Talent aufmerksam wurden. Da es in der abgelaufenen Saison auch durchaus Probleme in der Defensive gab, überrascht die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers nicht. Alejandro Galvez (ablösefrei von Rayo Vallecano) wusste in der vergangenen Primera-Divison-Saison zu überzeugen und könnte gegebenenfalls auch als Sechser spielen.
Das geflügelte Wort vom "Nächsten Schritt" gehört auch zum Vokabular von Hertha-Coach Jos Luhukay. Einerseits könnte dies auf eine neue taktische Variante hindeuten (Dreier-Abwehrkette) aber auch auf eine vom Niederländer geforderte bessere Qualität im Umschaltspiel. Hertha muss im Kollektiv mehr Torgefahr entwickeln, zumal Adrian Ramos, der beste Goalgetter der letzten Spielzeit, nicht mehr das Berliner Trikot trägt (zum BVB gewechselt). Genki Haraguchi, Jens Hegeler (beide von Leverkusen), Roy Beerens (Alkmaar), Julian Schieber (BVB) sowie der Schweizer Nationalspieler Valentin Stocker (FC Basel) sollen Tore auflegen bzw. erzielen; das erhoffte Comeback von Spielmacher Alexander Baumjohann dürfte der Hertha weitere Offensivpower bringen. Die Verpflichtung eines renommierten Mittelstürmers steht noch im Raum: "In vielen Ligen suchen Vereine nach einer Nr. 9, wir auch. Das dauert noch etwas. Ich bin voller Hoffnung, dass uns das zum Ende des Monats gelingt", meinte Luhukay in den ersten Augusttagen. Neue Optionen für die Abwehr sind Johnny Heitinga (Fulham FC) und Marvin Plattenhardt (1. FCN). Zu den Saisonzielen befragt, sagte Luhukay: "Unsere Motivation muss es doch sein, es besser zu machen als in der letzten Saison. Ob wir auch auf einem besseren Platz abschließen, muss man dann am Ende sehen."
Ich war auch die B-Lösung und wir haben das Double geholt.
— Niko Kovac als Trainer von Bayern München.