Nicht mehr als nötig

von Günther Jakobsen12:57 Uhr | 23.04.2015

Vom bayerischen Viertelfinal-Torrausch des Vortages war in den beiden Mittwochs-Begegnungen nichts zu spüren. Real Madrid und Juventus Turin erreichten das Halbfinale mit zähen Kraftakten und minimalistischer Torausbeute.

Ein einziger Treffer fiel im Viertelfinale zwischen den spanischen Stadtrivalen aus Madrid - und das kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit. Über den rechten Flügel tankte Ronaldo sich durch. Im Sechzehner schob er den Ball zu Hernandez herüber, der mit wenig Mühe den Halbfinaleinzug sicherte (88.). Wie schon im Hinspiel war Real das aktivere Team, mit der Mehrzahl an Tormöglichkeiten. Atletico konnte sich aber auch in dieser Begegnung auf seinen Schlussmann Oblak verlassen, dem allerdings bei Hernandez´ spätem Treffer keine Abwehrchance blieb. In der letzten Viertelstunde mussten die Gäste in Unterzahl spielen, da Turan, der zuvor schon mehrfach rustikal zur Sache gegangen war, nach einem Foul an Ramos die Gelb-Rote Karte sah. "Sie hatten weitaus mehr den Ball, aber wir haben die Räume sehr gut eng gemacht", war Diego Simeone trotz der Niederlage mit dem Vortrag Atleticos zufrieden. Real-Coach Carlo Ancelotti war froh, den Erzrivalen, den man längere Zeit nicht bezwingen konnte, aus dem Rennen geworfen zu haben: "Für die Saison war das ein Schlüsselspiel. Atletico ist immer eine starke Mannschaft, aber wir haben es gut gemacht."

Auch das Duell AS Monaco vs. Juventus Turin wurde durch ein einziges Tor entschieden: Vidals Elfer aus dem Hinspiel. Im eigenen Stadion ging Monaco es zunächst sehr schwungvoll an, den knappen Rückstand aufzuholen. In der Anfangsphase gelang es vermehrt, das Spielgerät in die gefährliche Zone zu bringen - echte Torchancen ließ Juve aber schon hier nicht zu. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Abwehrring der Gäste immer dichter und die Franzosen scheiterten bereits im Aufbau. "Wir haben Frankreich und Monaco gut vertreten. Jetzt müssen wir uns erholen, physisch und mental", zog Leonardo Jardim den Schlussstrich unter das Champions-League-Kapitel dieser Saison. "Wir haben in beiden Spielen nicht überragt," gab Juve-Coach Massimiliano Allegri zu und blickte voraus: "Nach zwölf Jahren stehen wir wieder im Halbfinale. Wir fürchten niemanden".



Das Trainingsgelände war mein Heiligtum. Platzwart Erich Hage hat mit der Gartenschere das Unkraut gerupft. Wenn sich ein Rabe auf dem Rasen niedergelassen hatte, wurde der umgehend erschossen.

— Hans Meyer über alte Jenaer Zeiten