Noch alles möglich

von Günther Jakobsen14:32 Uhr | 24.04.2015

Vor dem 30. Spieltag offeriert die Liga noch viele Optionen bezüglich Klassenerhalt und Teilnahme an internationalen Wettbewerben. In Hannover steht allein der Verbleib in der obersten Klasse auf der Agenda, den ein alter Bekannter absichern soll.

"Wir sind der klare Underdog", händigt FSV-Coach Martin Schmidt den Schalker Gästen die Favoritenrolle des Freitagsspiels aus. Gewiss ist zumindest, dass S04 keiner geringeren Anspannung ausgesetzt ist als die Mainzer: "Wir müssen noch einige Punkte sammeln, um den Europa-League-Platz zu sichern", sagt Roberto Di Matteo. Personell hat er mehr Möglichkeiten als zuletzt, da sich Choupo-Moting, Boateng, Kirchhoff, Fuchs und Nastasic nach Verletzungen bzw. Erkrankungen zurück meldeten. Auch Höger (Gelb-Sperre) steht wieder zur Verfügung. Fünf Teams haben noch mehr oder minder realistische Chancen, die Schalker (42 Punkte) abzufangen. Werder Bremen (38) spielt erst am Sonntag, in Paderborn. Die anderen treten am Samstag an. Härtester Rivale ist der punktgleiche FC Augsburg, dessen negative Serie am vergangenen Spieltag mit dem 2:1-Sieg gegen Stuttgart endete. Markus Weinzierls Mannschaft trifft im Auswärtsspiel beim Hamburger SV erneut auf einen Gegner, dem das Wasser im Abstiegskampf bis zum Hals steht. Ärgerlich für Bruno Labbadia, dass er das Team zwangsweise umstellen muss: Cleber (verletzt) sowie die gesperrten Holtby und Behrami gilt es zu ersetzen. Zwei denkbare EL-Aspiranten treffen im Duell Borussia Dortmund vs. Eintracht Frankfurt (je 36 Zähler) direkt aufeinander. Hoffenheim (37) muss auswärts bei Hannover 96 antreten, wo Interimscoach Michael Frontzeck angeheuert wurde, den freien Fall zu stoppen. Der Korkut-Nachfolger zeigte sich nach ersten Eindrücken zufrieden mit der Verfassung der 96er, warnte aber davor, die nicht in Bestbesetzung antretenden Kraichgauer - ohne Beck, Süle und Volland - zu unterschätzen: "Auch wenn sie jetzt zwei drei Mal verloren haben, das ist eine sehr gefährliche Mannschaft."

Die drei weiteren Sonnabend-Spiele strahlen auf unterschiedliche Weise ihren besonderen Reiz aus: Zum einen wird in Köln die traditionelle Rivalität zum Nachbarn Leverkusen im 56. Bundesliga-Duell ausgetragen. "Es wird zu wenig sein, nur zu verteidigen", deutet Peter Stöger an, dass der FC die offensivstarken Gäste, die im Saisonendspurt auf Castro verzichten müssen (Knie-OP), auch in der Verteidigung beschäftigen will. Von großer Bedeutung im Abstiegskampf ist Freiburgs Gastspiel in Stuttgart. Die 2:3-Heimniederlage gegen Mainz erhöhte die Sorgen der Breisgauer, die noch drei Zähler vor dem Gegner rangieren. Der VfB, nun seit zehn Spieltagen auf einem Abstiegsplatz, hofft auf seinen dritten Heimsieg in Folge. Im Spätspiel könnte der FC Bayern, dem für das CL-Halbfinale der FC Barcelona zugelost wurde, mit einem Dreier gegen Hertha BSC die vorzeitige Meisterschaft klar machen - vorausgesetzt, der VfL Wolfsburg landet am Sonntagnachmittag keinen Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Auf eine relaxte Gladbacher Mannschaft brauchen die Niedersachsen nicht zu hoffen, denn Lucien Favres Team hat noch alle Optionen auf den dritten Platz in der Endabrechnung. "Es sind noch 15 Punkte zu vergeben und noch ist alles möglich", rechnet Favre vor. Rechnerisch auch der Sprung auf Rang zwei ...



Smith, ein Name, den man sich merken muss.

— Ernst Huberty