Norwegen schaltete zu früh ab

von Günther Jakobsen13:48 Uhr | 23.06.2015

Norwegen ging die Erhöhung der Taktzahl gegen England nicht mit und musste überraschend die Segel streichen. Die USA brachen Kolumbiens Widerstand erst in Überzahl.

"Nach dem Ausgleich für England riss bei uns grundlos der Faden", war Norwegens Coach Even Pellerud enttäuscht, dass sein Team ein Spiel aus der Hand gab, dessen Verlauf eigentlich auf einen Erfolg der Skandinavierinnen hindeutete. Zwar hatte das favorisierte Norwegen die Engländerinnen nicht an die Wand gespielt, doch neben klaren Feldvorteilen auch hochkarätige Chancen gehabt, die Herlovsen, Hegerberg (beide scheiterten an Bardsley) und Minde in den ersten 45 Minuten vergaben. Als Gulbrandsen einen Eckball per Hinterkopf zum 1:0 im englischen Tor unterbrachte (54.), schien der Weg vorgezeichnet - doch Houghtons Kopfball-Ausgleichstreffer (61.), ebenfalls nach einer Ecke, veränderte die Vorzeichen gründlich. Die Engländerinnen gewannen in der Folge fast jeden Zweikampf, setzten bissig nach und erreichten mit dem sehenswerten 2:1-Siegtreffer von Bronze (76.) das Viertelfinale, gegen Kanada. Nebenaspekt dieses Erfolges war, dass Deutschlands Frauen-Mannschaft nun die Olympiateilnahme 2016 (Rio de Janeiro) als eines der drei besten europäischen Teams der WM sicher hatte. England stellt keine eigene Olympia-Mannschaft; man hätte als Großbritannien (mit Schottland, Wales und Nordirland) melden müssen.

Der erwartete Sprung der US-Amerikanerinnen ins Viertelfinale gelang. Allerdings tat der Favorit sich schwer, den Ball gegen sehr engagiert kämpfende Kolumbianerinnen ins Netz zu bringen. Torhüterin Perez überzeugte im Tor der Cafeteras und parierte zweimal glänzend, senste jedoch zu Beginn des zweiten Abschnitts die durchgebrochene Morgan knapp innerhalb des Sechzehners um, was mit einer roten Karte und Strafstoß geahndet wurde (47.). Wambachs Elfer verfehlte den Kasten, doch Morgan stellte wenig später aus halbrechter Position die 1:0-Führung her, wobei Kolumbiens Ersatzkeeperin Castano keine glückliche Figur abgab (53.). Ohne Chance war Castano indes in der 66. Minute: Wieder gab es Elfer für die US-Girls, diesmal war Rapinoe von Clavijo gefoult worden. Lloyd ließ sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen. Gegner der USA im Viertelfinale ist China.



Ich bin nicht unzufrieden mit dem Punkt. Aber ich bin natürlich auch nicht zufrieden mit dem Punkt.

— Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, zum 0:0 bei Arminia Bielefeld bei Saisonstart 2021/2022.