DFB-Team

Nur remis

von Günther Jakobsen12:22 Uhr | 15.10.2014

Die Erwartungen waren hoch, den Ausrutscher des Polen-Spiels mit einem Sieg gegen Irland wettzumachen. Den zweifellos verdienten Dreier verdarb sich die DFB-Elf jedoch mit einer nachlässigen Haltung in der Schlussphase, als man den bis dahin offensiv überhaupt nicht vorstelligen Iren zu viel Freiraum gewährte.

Die weiterhin unter zahlreichen Ausfällen leidende DFB-Elf - kurzfristig fiel auch noch Schürrle aus - startete gut. Vom Anpfiff an verlegte man das Spielgeschehen in die Hälfte der irischen Gäste. Der Ball lief flott durch die eigenen Reihen und in der fünften Minute produzierten Rüdiger und Durm (Lattenschuss) verheißungsvolle Torabschlüsse. Nur: sehr viel mehr konkrete Torgefahr konnten die Deutschen nicht anbieten. Irland beschränkte sich - gut organisiert - komplett auf die Defensive. Der Ballbesitzanteil der Deutschen war ziemlich wertlos, da man das Leder in der Regel nur rund um den irischen Sechzehner herum von einer Seite auf die andere verlagerte. Knackige Durchbrüche fehlten. Unmittelbar vor der Pause konnte Draxler sich im Strafraum durchsetzen, doch der Winkel war zu spitz, um das Leder an Gästekeeper Forde vorbei zu bringen.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild. Die deutsche Elf blieb mit ihrem Vorwärtsdrang nicht auf halber Strecke stecken, sprich: im irischen Abwehrbollwerk hängen, sie durchbrach die Mauer mehrmals mit schnellen, druckvollen Vostößen und kam zu aussichtsreichen Abschlüssen. Kurz nacheinander prüften Podolski (49., aus vollem Lauf), Bellarabi (53., aus spitzem Winkel), Kroos (55., mit einem satten Distanzschuss) und Müller (56., im Fallen aus der Drehung) den irischen Schlussmann Forde, der seine Sache jedoch gut machte. Die Gäste hatten Probleme, sich vom Druck zu befreien und Glück in der 69. Minute, als Schiedsrichter Skomina den Deutschen einen Strafstoß verwehrte. O´Shea hatte Götze mehr als zulässig im Sechzehner bearbeitet, um den Münchner zu stoppen. Den Lohn seiner Tempoverschärfung erntete das DFB-Team jedoch wenig später. Kroos war in zentraler Position angespielt worden und zog aus mehr als 20 Metern ab. Vom linken Innenpfosten sprang der Ball über die Linie (71.). Ein überfälliger Treffer. Aber längst noch keine Entscheidung, wie man nach dem Schlusspfiff ernüchtert feststellen musste: "Wir haben uns das selbst zuzuschreiben", kritisierte Joachim Löw, dass die Mannschaft das Spiel in den letzten Minuten aus der Hand gab. In der 85. Minute konnte Durm eine höchst gefährliche Situation gerade noch entschärfen, als er im Strafraum Hoolahans Schuss rechtzeitig blockte. Am Ende der vierminütigen Nachspielzeit jedoch ließ man die Iren am rechten Flügel nach einem Einwurf frei gewähren. Hoolahan flankte vors deutsche Tor, O´Shea steckte den Fuß rein und Neuer streckte sich vergebens: 1:1 auf den letzten Drücker.

André Schulin



Die Polen darf man nicht unterschätzen. Diese Balkan-Kicker sind unberechenbar!

— Heribert Faßbender