Oben gegen unten

von Günther Jakobsen15:21 Uhr | 13.03.2015

Nur die Partie des BVB gegen den 1. FC Köln führt am 25. Spieltag sich tabellarisch nahe stehende Mannschaften zusammen. Sieben Mal spielen Teams aus der oberen Hälfte gegen Teams aus der zweiten Hälfte. Das alte Duell Werder vs. FC Bayern hat, traditionell wie in früheren Zeiten, ein verbales Vorspiel.

Thomas Eichins Kritik, dass Spieler des FC Bayern von den Schiedsrichtern gnädiger behandelt werden als Akteure anderer Klubs, provozierte Münchner Reaktionen, die in Matthias Sammers "Puck-an-den-Kopf-bekommen"-Replik gipfelte. Auf der Bremer Pressekonferenz vor dem Spiel ging Eichin, ehemals Eishockey-Manager (Kölner Haie), süffisant auf diese Vorlage ein: "Also ich habe tatsächlich schon Mal einen Puck an den Kopf bekommen. Ich habe dazu heute Morgen den Doc befragt, und der hat gesagt, dass da tatsächlich Folgeschäden entstehen können." Die Trainer beider Klubs tangiert dieser Schlagabtausch kaum, sie müssen sich damit vielmehr beschäftigen, wichtige Offensivspieler zu ersetzen. Bremen fehlt Toptorjäger Di Santo (gesperrt), beim FCB die Flügelzange Robben/Ribery (verletzt). Den Einstieg des Spieltages macht aber Stuttgarts Gastspiel in Leverkusen. Das Hinspiel konnten die Schwaben nach einem 0:3-Rückstand noch 3:3 unentschieden gestalten. Wohl auch deshalb will Bayer-Coach Roger Schmidt vermeiden, dass sich Überheblichkeit bei den zuletzt siegreichen Werkskickern breit macht: "Niemand darf den Fehler machen und den VfB nach seinem Tabellenplatz beurteilen."

Allein an den Tabellenplatzierungen orientiert, würden sich in den meisten Begegnungen klare Favoriten anbieten: Am Samstag empfängt der FC Augsburg (Platz 6) den FSV Mainz (13), 1899 Hoffenheim (7) den Hamburger SV (15), Frankfurt (9) den SC Paderborn (16) und der FC Schalke (5) fährt nach Berlin (14). Am Sonntag erwartet Mönchengladbach (3) die 96er aus Hannover (12) und der VfL Wolfsburg (2) steht im Duell der krassen Gegensätze dem SC Freiburg (17) gegenüber. Die "Wölfe" stellten ihr gewachsenes Selbstbewusstsein jüngst im EL-Hinspiel gegen Inter Mailand erneut heraus, als sie einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Erfolg umbogen. Der torgefährliche Naldo fehlt allerdings gelb-gesperrt. Die schwarzgelben Dortmunder (Platz 10, 29 Punkte) haben lediglich einen Zähler Vorsprung vor dem Gast aus Köln. "Wir können den Abstand auf vier Punkte vergrößern", hat Jürgen Klopp kurzerhand überschlagen: "Das ist das, was wir haben wollen." Wie er dahin kommen will, verriet der BVB-Coach auch: "Kreativ und spielfreudig zu sein ist das Eine, aber es gibt kein besseres Mittel als Gegenpressing."



Vor lauter Philosophieren über Schopenhauer kommen wir gar nicht mehr zum Trainieren.

— Richard Golz auf die Frage, was beim sogenannten Studentenclub SC Freiburg anders sei