Frauen-WM - News

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von Günther Jakobsen13:49 Uhr | 01.07.2015

Gegen die US-Amerikanerinnen lief das deutsche Team zumeist hinterher. Eine Elfmeterchance wurde verpasst, als man sich gerade anschickte, dem Spielverlauf eine Wendung zu geben. Über die 90 Minuten war der amerikanische 2:0-Halbfinalerfolg verdient.

Zehn Minuten lang schien das Duell auf einen abwechslungsreichen Schlagabtausch hinaus zu laufen. Silvia Neids Team startete beherzt und brachte durch Leupolz´ Kopfball (3., knapp drüber) einen ersten Ansatz von Torgefahr ins Spiel. Dann jedoch drückte Jillian Ellis´ Mannschaft der Partie ihr Konzept auf. Die US-Amerikanerinnen gingen rigoros in die Zweikämpfe, attackierten früh und öffneten mit großer Laufbereitschaft immer wieder neue Räume - zwangsläufig ergaben sich dadurch gute Torchancen, denen im Wesentlichen nur DFB-Keeperin Angerer einen Riegel vorschob. Stark ihre Reaktion bei einem Kopfball Johnstons, als sie auf kurze Distanz abtauchte und den Rückstand verhinderte (7.). Auch Angerers Übersicht in der Szene, als Morgan frei durch war, die deutsche Torwartin aber lange wartete und den Schuss dann abwehren konnte (14.), trug dazu bei, dass man sich schmeichelhaft mit einem 0:0 in die Halbzeitpause rettete. Parallelen zum Spiel gegen Frankreich zeichneten sich ab.

Die erste große Tormöglichkeit entwickelten wieder die US-Girls: Glück für die Deutschen, dass Lloyds Kopfball nach Rapinoes Eckstoß knapp rechts vorbei sprang (47.). Dieses Warnsignal verfehlte seine Wirkung nicht, denn anschließend raffte sich das DFB-Team zu einer Gegenreaktion auf. Man störte den Gegner früher und lief sich besser frei - prompt verlagerte sich das Spiel vermehrt in die andere Hälfte und aus dem Spiel heraus entstand Torgefahr: Mittags Kopfball war indes nicht platziert genug, um Solo ernsthaft zu fordern (53.). Weitaus konkreter wurden die Erfolgsaussichten in der 60. Minute. Popp war von Johnston im Strafraum zu Boden gezerrt worden, Sasic trat zum Elfmeter an. Solos Mätzchen - die US-Keeperin verzögerte die Ausführung - hatten die Konzentration der Deutschen vermutlich beeinträchtigt, denn der Ball zischte links vorbei. Kurz darauf hatte Mittag noch eine Möglichkeit, verfehlte das Tor aber ebenfalls knapp (63.). Viel fehlte auf der Gegenseite nicht, als Morgan sich halblinks im deutschen Strafraum durchsetzte, den Schuss aus spitzem Winkel aber verzog (66.). Eine Fehlentscheidung - Krahns Foulspiel gegen Morgan war außerhalb des 16ers - brachte dann die Amerikanerinnen in die Siegerspur. Lloyd platzierte den Strafstoß unhaltbar für Angerer ins Netz (69.). Es gelang den Deutschen in der Restspielzeit nicht mehr, eine ordentliche Torchance herauszuspielen. Als O´Hara in der 84. Minute in Lloyds Flanke sprang und auf 2:0 stellte, war die Hoffnung der Deutschen auf einen Lucky Punch dahin. Es blieb nur noch die Möglichkeit, sich im Spiel um Platz drei zu bewähren.

André Schulin



Thomas Tuchel ist mein LIeblingstrainer. Er sagte mal zu mir, ich solle zentraler stehen, mir einen Espresso holen und der Ball wird zu mir kommen. Dann soll ich loslegen.

— Ousmane Dembélé über Thomas Tuchel