Perfekt - Fortuna feiert einen Heimsieg

von Günther Jakobsen23:25 Uhr | 23.11.2012

Schön war es nicht, das Freitagsspiel. Über das Resultat, einen erkämpften 2:0-Heimsieg gegen den HSV, konnten sich die Fortunen jedoch ausgiebig freuen. Die Pleitenserie von sieben sieglosen Spielen endete.

Ein Feuer auf der Tribüne, ausgelöst durch das Abbrennen von Feuerwerk, verzögerte den Anpfiff um ein paar Minuten. Die Gäste schienen die unplanmäßige Wartezeit besser aufgenommen zu haben, denn ihr Spiel wirkte anfangs druckvoll und ambitioniert. Nachdem der Fortuna ein erster Vorstoß an den gegnerischen Sechzehner gelang (7.), mischte auch der Gastgeber mit und es schien sich ein munterer Schlagabtausch zu entwickeln. Nach etwa 20 Minuten jedoch verflachte die Partie zusehens. Abspielfehler beiderseits und zahlreiche Fouls zerrupften jedweden Spielfluss und Hamburgs Lenker, Rafael van der Vaart, schied nach einer halben Stunde wegen eines Muskelfaserrisses aus. Trotzdem hatte der HSV ein leichtes Plus und brachte das Leder auch ins Düsseldorfer Tor - eine Abseitsstellung kostete Mancienne jedoch die Anerkennung des Treffers (40.). In der Nachspielzeit war der Hamburger Innenverteidiger, zu seinem Leidwesen, dann aber doch noch an einem Tor beteiligt. Son verlor den Ball im Mittelfeld an Balogun; Lambertz nahm das Leder auf. Im rechten Moment setzte er den halblinks mitgelaufenen Kruse ein, dessen Schuss von Mancienne unhaltbar für Adler abgefälscht wurde.

Garbuschewski hatte Fortunas möglichen zweiten Treffer auf dem Stiefel, schloss aus 15 Metern aber zu unplatziert ab, so dass Adler fangen konnte (48.). Nach diesem Schreck zu Beginn des zweiten Abschnitts verlagerte der HSV das Spiel vorübergehend in die Düsseldorfer Hälfte. In der 54. Minute rissen die Hanseaten vor Freude die Arme hoch, weil ein noch abgefälschter Freistoß Westermanns im Düsseldorfer Tor landete. Erneut gab Schiedsrichter Gagelmann den Treffer nicht; Lambertz war während der Ausführung gefoult worden. Ein Schuss Beisters, der an alter Wirkungsstätte noch zu den eifrigsten Hamburgern zählte, bereitete Giefer Mühe (62.). Erschreckend aus Hamburger Sicht dann, wie leicht der kurz zuvor eingewechselte Reisinger den Sack zumachen konnte. Über 30 Meter, mehrere Gästeakteure passierend, führte der Stürmer den Ball bis in den 16er und ließ Adler überhaupt keine Abwehrchance (64.). Düsseldorf, den ersten Heimsieg nun klar vor Augen, kämpfte sich durch die restliche halbe Stunde. Da beim HSV wenig zusammen passte, auch Son keine Einzelaktionen gelangen, konnte die Fortuna nach langen Jahren der Abstinenz den ersten Bundesligaheimsieg feiern und ihre Hymne mit besonderer Inbrunst schmettern.

André Schulin



Dass Sie Kritik äußern, ist legitim und nachvollziehbar. Aber Sie müssen auch akzeptieren, dass ich damit nix anfangen kann. Und sie mich nicht interessiert, weil ich glaube, dass ich mehr Ahnung habe.

— Horst Heldt