Frauen-WM - News

Platz vier zum Nachdenken

von Günther Jakobsen13:26 Uhr | 05.07.2015

Auch im Spiel um Bronze gelang den deutschen Frauen im Angriff kaum etwas, während es in der Deckung einen entscheidenden Aussetzer gab, der zum Gegentreffer führte. Die kampfstarken Engländerinnen erstickten viele deutsche Angriffe im Keim - wie auch anders herum - so dass es wenige Torchancen und keine Medaille für die gegen die starken Teams dieser WM enttäuschende Neid-Formation gab.

Auf fünf Positionen hatte Bundestrainerin Neid ihre Mannschaft umbesetzt, und man sah auch von Beginn an, dass sich Däbritz, Behringer, Schmidt, Peter und Behringer besonders engagierten und etwas frischen Wind in das zuletzt ideenlose Spiel der Deutschen brachten: Flanke Däbritz, Kopfball Petermann, Parade Bardsley (1.). Leider blieb es über lange Zeit die einzige Möglichkeit der Neid-Elf, bei der Däbritz und Petermann zwar nicht selten bis zum 16er teils gut vordrangen, sich von den deftig dazwischen gehenden Gegnerinnen den Ball aber meist abluchsen oder abblocken ließen. Die beste Chance zu einem Treffer hatte dann nur noch Kapitänin Houghton, die bei ihrem Schuss nahe der Torraumgrenze aber keinen Druck hinter das Kunstleder bekam, so dass Angerer im Kasten sicher hielt (12.). Ansonsten erlebten die Zuschauer vor der Pause ein äußerst fehlerhaftes Spiel zwischen den Strafräumen, das sich in unergiebigen, verbissen geführten Zweikämpfen verzettelte.

Schussversuche der Deutschen bestimmten die Anfangsphase von Hälfte zwei, doch weder Däbritz, noch Goeßling und Kemme trafen innerhalb der ersten 14 Minuten gefährlich aufs Tor. Die Feldüberlegenheit verpuffte danach immer mehr, die Engländerinnen kamen typischer Weise über den Kampf wieder ins Spiel und hatten durch Jill Scott ihre beste Möglichkeit, doch Nadine Angerer in ihrem letzten Länderspiel war rechtzeitig zur Stelle (76.). In der Schlussphase der regulären Spielzeit schwamm die deutsche Abwehr überraschend unruhig gegen die unorthodoxe Wucht der englischen Angriffe, hielt aber bis zum Abpfiff stand.

In der Verlängerung neutralisierten sich die Kontrahentinnen wieder überwiegend im Mittelfeld, zerstörten sich gegenseitig den Spielaufbau und zeigten auf beiden Seiten, bei abnehmenden Kräften, viele technische Mängel vor allem in der Ballannahme. Als sich dann die eingewechselte Sanderson im Strafraum von der ansonsten stärksten deutschen Feldspielerin Tabea Kemme halbwegs umreißen ließ, zeigte die bis dahin oft daneben liegende Unparteiische aus Nordkorea nicht zu Unrecht auf den Elfmeterpunkt: Williams ließ Angerer von dort nicht die Spur einer Chance (108.). Zuzusetzen hatte die Neid-Truppe danach zwar noch einigen Ehrgeiz, doch offensiv nichts Relevantes, so dass der 3. Platz in diesem Turnier an die Engländerinnen ging, die die DFB-Mädels erstmals bezwangen.

Ulrich Merk



Nein, die Bayern liegen ja ganz klar in Führung mit einem Punkt!

— Christoph Daum nimmt seine Mannschaft aus dem Rennen