Dass die EM 2016 in Frankreich mit 24 Endrundenteilnehmern ausgetragen wird, erleichtert den Zugang in der Qualifikation. Dadurch erhält sogar der beste Gruppendritte ein Direktticket, die restlichen Dritten bekommen eine Playoff-Chance. Die Heimniederlagen der Schweizer, Griechen und Portugiesen zum Start wiegen somit weniger schwer.
Ein recht unerwartetes Bild gibt die Gruppe A nach der ersten Runde ab. Die Favoriten auf die beiden ersten Plätze (direkt für die Endrunde qualifiziert, sowie der punktbeste Dritte aller neun Gruppen), die neuerdings wieder von Guus Hiddink trainierten Niederländer und die Türkei, rutschten erstmal ans Ende des Sechserfeldes. Für die "Oranjes" hatte das Gastspiel in Tschechien einen denkbar unglücklichen Schlusspunkt. Man hatte sich nach 90 Minuten auf eine Punkteteilung eingestellt, als die Tschechen zu Beginn der Nachspielzeit über rechts durchbrachen. Janmaat setzte die hereingebrachte Flanke mit einer missglückten Kopfballaktion gegen den Pfosten des eigenen Tores - und der durchgestartete Pilar hatte keine Probleme, den Abpraller zum 2:1-Siegtreffer der Tschechen über die Linie zu schubsen. Überraschend klar hingegen setzten sich die Isländer gegen die Türkei durch. Bödvarsson profitierte von einem kapitalen Schnitzer der türkischen Abwehr bei einem Eckball und köpfte in der 19. Minute zur 1:0-Führung ein. Sigurdsson (76.) und Sigthorsson (77.) machten mit einem Doppelschlag den gelungenen Auftakt der Elf von Lars Lagerbäck perfekt. Die torlose Punkteteilung zwischen Kasachstan und Lettland warf Niederländer und Türken dann ans Tabellenende.
Als mittelschwere Katastophe wurde in Portugal, ohne den angeschlagenen Ronaldo, die 0:1-Auftaktniederlage gegen Albanien (Gruppe I) empfunden. Die sehenswerte Direktabnahme von Balaj (52.) entschied zugunsten der Gäste. "Wir waren nicht so effizient wie Albanien", meinte Portugals Trainer Paulo Bento. "Ich denke sogar, dass wir nicht einmal schlecht waren." In der Tat scheiterten die überlegenen Iberer hauptsächlich an ihren Abschlüssen. Größere Überraschungen blieben in den anderen Gruppen aus. Die Schweiz musste nach der 0:2-Heimpleite gegen England allerdings einen Fehlstart in der Gruppe E hinnehmen; auch Griechenland (Gruppe F) startete durch das 0:1 gegen Rumänien mit einer Heimniederlage in die Qualifikation. Deutschlands 2:1-Sieg über Schottland war nicht ausreichend, um sich in der Gruppe D an die Spitze zu setzen. Punkt- und torgleich mit Irland (2:1 in Georgien) rangierte man gleichauf hinter Polen. Vier Treffer von Lewandowski, sowie weitere Tore durch Grosicki (11./47.) und Szukala bescherten unseren östlichen Nachbarn einen deutlichen 7:0-Kantersieg gegen Qualifikationsneuling Gibraltar.
Fußball ist viel härter, wenn du den Ball nicht hast.
— Sven-Göran Eriksson