Während in Österreich und der Schweiz die Aufstiegsregularien in die jeweilig höchsten Spielklassen getreu dem Motto "Es kann nur Einen geben" simpel gehalten sind, offerieren die Niederlande und Belgien noch weiteren Zweitligisten eine Aufstiegschance. Die Belgier haben sich dafür ein verschachteltes System einfallen lassen.
Österreich (Erste Liga)
Nur der Sieger der zehnköpfigen zweithöchsten Spielklasse Österreichs (36 Spieltage) rückt in die Bundesliga auf. Nach 24 Runden haben sich zwei Teams abgesetzt, die zudem jeweils noch ein Nachholspiel in Hinterhand halten: Tabellenführer SC Austria Lustenau (47 Punkte), der von 1997 bis 2000 in der Bundesliga spielte, und der SV Scholz Grödig (45).
Für die im letzten Jahr abgestiegene Kapfenberger SV (28) besteht keine realistische Chance mehr, noch entscheidend nach vorn zu rücken.
Schweiz (Challange League)
Seit der Saison 2012/13 spielt die zweite Schweizer Liga das gleiche System wie in Österreich: Zehn Teams (vorher 16), nur der Erste steigt nach 36 Spieltagen direkt in die Super League auf. Der FC Aarau (49 Punkte) führt das Klassement nach 24 Runden an; Verfolger AC Bellinzona (46) hat jedoch noch eine Partie in Hinterhand und könnte gleichziehen. Im Fall zweier Erfolge in seinen Nachholspielen könnte der FC Wil 1900 (38) noch eine Rolle spielen.
Xamax Neuchatel, 2012 per Zwangsabstieg aus der Super League in die fünfthöchste Spielklasse (2. Liga interregional/Gruppe 3) verbannt, hat als aktuell Zweitplatzierter dieser Amateur-Liga noch intakte Aufstiegschancen.
Niederlande (Eerste Divisie)
Sparta Rotterdam (49 Punkte) hat am 26. Spieltag (gesamt 34) derzeit knapp die Nase vorn gegenüber dem MVV Maastricht (47), dahinter sind aber auch noch der FC Volendam und Helmond Sport (jeweils 45) nah dran, den einzigen direkten Aufstiegsplatz in die Eredivisie einzunehmen. Nach Abschluss der Meisterschaft spielen die von 2 bis 9 platzierten Teams, sowie zwei Eredivisie-Klubs (Rang 16 und 17) in zwei Runden zwei weitere Erstligaplätze aus.
Die in der letzten Saison abgestiegene Mannschaft von De Graafschap (42) sollte in der Aufstiegsrunde landen können, während Excelsior Rotterdam (19) darum kämpft, nicht noch eine weitere Klasse abzurutschen.
Belgien (Zweite Division)
Die Aufstiegsmodalitäten der zweithöchsten belgischen Spielklasse sind zumindest in einer Hinsicht glasklar. Der Beste des 18er-Feldes steigt nach 34 Spieltagen direkt in die Jupiler Pro League auf. Die Lage nach 21 Runden: KV Oostende (40 Punkte/noch ein Nachholspiel offen) führt vor Royal Mouscron-Peruwelz (39) und KVC Westerlo (38). Ein enges Rennen, in das auch noch die drei dahinter platzierten Klubs eingreifen könnten. Ein zweiter Aufsteiger ist möglich, dafür ist jedoch folgendes zu beachten: Die Saison ist in Drittel aufgeteilt. Drittel 1 sind die ersten zehn Spieltage, Drittel 2 die nächsten zwölf und das letzte Drittel bilden die letzten zwölf Spieltage. Nach Abschluss der Saison wird eine Play-off-Runde gebildet, die sich zusammensetzt aus den jeweiligen Siegern der einzelnen Drittel, dem Zweitplatzierten der Gesamtsaison sowie den auf den Rängen 15 und 16 platzierten Erstligisten. Diese Sechsergruppe ermittelt dann einen zweiten Aufsteiger, bzw. ein Team, das die Klasse halten konnte.
Die beiden Absteiger des letzten Jahres, KVC Westerlo und VV St. Truiden (36) haben jeweils noch die Option auf den direkten Wiederaufstieg.
André Schulin
Die Tabelle ist uns sowieso egal, so lange wir vor den Bayern stehen.
— Christian Heidel, Manager-Legende von Mainz 05.