Probleme für die Schweiz

von Günther Jakobsen13:35 Uhr | 10.10.2014

Die zweite Runde in den Gruppen C, E und G förderte Ergebnisse zutage, die der Spannung gut taten. Spaniens Niederlage in der Slowakei überraschte; und der Schweiz erwuchs ein Berg zu erklimmen, nachdem man auch im zweiten Spiel ohne Punkterfolg blieb.

"Ihr Torhüter hat einige herausragende Paraden gezeigt. Wir hatten genügend Chancen, um in Führung zu gehen, nach dem Ausgleich schienen sie am Ende, aber sie haben noch einen draufgelegt", fasste Spaniens Coach Vicente del Bosque die 1:2-Auswärtsniederlage der Iberer in der Slowakei zusammen. Casillas sah schlecht aus beim Führungstreffer der Slowaken, als er einen Freistoß Kuckas aus der Distanz falsch einschätzte und die Kugel ins Netz rauschte (17.). Als Alcacer der Ausgleich glückte (82.), wollten die feldüberlegenen Spanier mehr. Ein schneller Gegenzug, den Stochs Kopfballtreffer abschloss (87.), bescherte jedoch den Gastgebern überraschend die drei Punkte. "Das ist ein ganz besonderer Sieg für uns, schließlich hat Spanien seit acht Jahren kein Qualifikationsspiel mehr verloren. Meine Spieler sind heute über sich hinausgewachsen", freute sich Trainer Jan Kozak. Die Slowaken übernahmen mit sechs Zählern die Führung in der Gruppe C, gefolgt von Spanien, der Ukraine (2:0 in Weißrussland) und Mazedonien (3:2 gegen Luxemburg), die jeweils drei Punkte ausweisen.

An der Spitze der Gruppe E rangiert England, mit sechs Zählern punktgleich vor Litauen. Die Briten fertigen San Marino im Wembley Stadion mit 5:0 ab, der Erfolg stand nie in Frage. Litauen gewann das baltische Duell gegen Estland. In einem recht ausgeglichenem Spiel fiel die Entscheidung in der 76. Minute, als Estlands Schlussmann Pareyko einen Distanzschuss nicht unter Kontrolle bekam. Matulevicius eroberte das Leder, chippte es vors Tor und Mikoliunas brauchte nur noch einzunicken. Unangenehm wurde die Lage für die Schweizer, die durch Novakovics Strafstoßtreffer (79.) eine 0:1-Pleite in Slowenien einsteckten. Nach der Auftaktniederlage gegen England (0:2) haben die punktlosen Eidgenossen nun einen deutlichen Rückstand auf die Qualifikationsränge. "Es ist ein Fehlstart", gab Coach Vladimir Petkovic zu. "Mit so vielen Chancen muss man auf diesem Level das eine oder andere Tor machen."

Österreich machte im Gastspiel in Moldavien ein Tor mehr als die Hausherren und siegte mit 2:1. Damit avancierte Marcel Kollers Mannschaft zum großen Gewinner dieser Runde in der Gruppe G, da sich Liechtenstein und Montenergro (0:0) sowie Schweden und Russland (1:1) nur unentschieden trennten. "Es war ein sehr wichtiger Sieg", sagte Koller, der aber auch nicht unterschlug, dass dies keine Gala seiner Schützlinge war: "Es haben viele Dinge nicht optimal gepasst." Gemeinsam mit Russland und Montenegro führte Österreich das Klassement an (jeweils vier Punkte).



Entweder haben wir einen Auswärtskomplex oder Höhenangst, ich weiß aber auch nicht, wie hoch der Betzenberg ist.

— Klaus Augenthaler nach einem 0:0 mit Bayer Leverkusen beim 1. FC Kaiserslautern.