Probleme mit Schlusslicht BVB

von Günther Jakobsen16:01 Uhr | 05.12.2014

Der 14. Spieltag wirft viele interessante Fragen auf. Darunter folgende: Kann Leverkusen die Bayern beeindrucken? Endet Dortmunds Ergebniskrise? Zieht Wolfsburg im Niedersachsen-Duell erneut den Kürzeren? Wie endet Thomas Schaafs erste Mission als Werder-Gegner?.

Dortmunds Tabellensituation irritiert nicht nur die Schwarzgelben: "Das ist gefühlt ein Wahrnehmungsfehler", findet Hoffenheim-Coach Markus Gisdol, der am Freitagabend mit seinem Team beim Schlusslicht antritt. "Dortmund und Platz 18 - das geht nicht zusammen. Ich traue der Mannschaft jederzeit zu, zehn Spiele nacheinander zu gewinnen." Während die Konkurrenz also rätselt, wann beim BVB der Knoten platzt, macht man sich in Dortmund Gedanken, wie man aus der Klemme kommt. "Es geht nicht darum, das beste Spiel aller Zeiten zu machen, sondern erfolgreich zu sein. Das geht nur über eine konzentrierte Defensivleistung, und offensiv kommen wir ohnehin zu Chancen", will Jürgen Klopp ersteinmal hinten sicher stehen. Möglicherweise kann er wieder mit Hummels rechnen; ein Comeback von Sokratis ist weniger wahrscheinlich.

Bayer Leverkusen konnte jüngst seine Ergebniskrise ablegen, fährt also mit gestärktem Rückgrat zum Spitzenspiel beim FC Bayern. "Die Partie in München ist eine Riesen-Herausforderung", erklärt Roger Schmidt, der mit dem Einsatz der zuletzt angeschlagenen Kießling, Toprak und Bender rechnet. "Ich bin optimistisch, dass wir in der Lage sind, uns Torchancen herauszuspielen", hofft er darauf, den Tabellenführer vor Probleme zu stellen. Interessierter Beobachter dieses Topspiels dürfte der zweitplatzierte VfL Wolfsburg sein, für den das Niedersachsen-Meeting bei Hannover 96 ansteht. In der jüngeren Vergangenheit gewannen die "Roten" diese Duelle (zuletzt fünf Siege). VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs gibt darauf aber nichts: "Die Statistik ist mir egal - es geht wieder bei null los." Dank des starken Saisonauftaktes nicht eben bei Null anfangend, aber zuletzt durch drei Niederlagen beeinträchtigt, geht Mönchengladbach in das Duell mit Hertha BSC. Berlins Trainer Jos Luhukay (MG-Coach von 2006 bis 2008) schätzt den Gegner trotzdem hoch ein ("Sie haben eine hervorragende Qualität ...") und warnt vor Gladbachs Heimstärke. Schalke (beim VfB Stuttgart) und Augsburg (zu Gast beim 1. FC Köln) müssen auswärts Punkte sammeln, um ihre internationalen Startplätze zu sichern, resp. zu verbessern. Für Paderborn und Freiburg geht es in erster Hinsicht darum, sich vom Tabellenende fernzuhalten. "Wir wollen kompakt stehen und vor allem nicht verlieren", hat SCP-Coach André Breitenreiter als Parole ausgegeben. Mannschaftskapitän Hünemeier kehrt gegen die Breisgauer in der Kader zurück.

Die Sonntagsspiele beginnen mit der Partie HSV vs. FSV Mainz. Auf Seiten der Hanseaten muss noch geklärt werden, wer den verletzten Westermann in der Innenverteidigung ersetzt. "Beim HSV hatte ich bisher drei Einsätze und wir haben dreimal verloren. Das soll sich nun ändern. Ich will jetzt reinkommen und Spiele gewinnen", erklärt Neuzugang Cleber Reis seine Bereitschaft. Entschlossen scheinen aber auch die Gäste: "Es entspricht nicht unserer Idee von Fußball, dass wir uns vor einem Spiel mit der Aussicht auf einen Punkt begnügen", sagt FSV-Trainer Kasper Hjulmand. Vor seinem ersten Spiel gegen den SV Werder spricht Franfurts Trainer Thomas Schaaf davon, dass die beiden letzten erfolgreichen Spiele der Eintracht Stärke gegeben hätten, die Spielinitiative selbst in die Hand zu nehmen. Das sei eine Grundvoraussetzung, um "... gegen Werder Bremen gut auszusehen."



Bei diesem Spiel erkennt man den Unterschied zwischen guten und schlechten Herzschrittmachern

— Sascha Ruefer