Rechenspiele

von Günther Jakobsen15:40 Uhr | 10.05.2013

Die Hälfte der 18 Erstligisten hat vor den beiden abschließenden Runden noch wichtige Ziele vor Augen: den Klassenerhalt oder einen internationalen Startplatz. Zwei Spiele sind ausschließlich mit solchen erfolgsabhängigen Teams besetzt.

Von den vier noch um den Klassenerhalt kämpfenden Mannschaften stehen die Bremer am besten da. Ein Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt würde mindestens die Möglichkeit eines direkten Abstieges ausschließen; könnte, abhängig von den anderen Ergebnissen, aber auch vorzeitig die Rettung bedeuten. Ein Sieg der Eintracht, die in ihrer Bundesligahistorie gegen keinen Gegner öfter gewann als gegen die Bremer, würde den Hessen einen Europapokalplatz sichern. Die Einsatzfähigkeit Meiers (Bänderprobleme) steht noch zur Disposition. Beide Klubs können ihr Ziel aus eigener Kraft erreichen - das ist der Unterschied zur zweiten Partie, in der die Hausherren ebenfalls Punkte für den Klassenerhalt benötigen, derweil die Gäste auf die Europapokalteilnahme hoffen. 1899 Hoffenheim sollte in seinem letzten Heimspiel schon einen Sieg landen, um sich die Chance auf den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag (dann in Dortmund) zu sichern. Aber auch der HSV muss gewinnen; eine Niederlage in Sinsheim würde aufgrund der schlechten Torbilanz, unabhängig von den anderen Spielen, wohl das Aus seiner Europa League-Träume bedeuten.

Die punktgleichen Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf und FC Augsburg gehen mit kontrastierenden Erfolgsaussichten in den vorletzten Spieltag. Düsseldorf begrüßt vor eigenem Publikum den 1. FC Nürnberg, der zwar nicht so lange sieglos ist wie die Fortuna, zuletzt jedoch vier Mal in Folge unterlegen war. Norbert Meier setzt darauf, dass den Fortunen gegenüber dem Frankfurt-Spiel eine Steigerung gelingt: „Die Mannschaft hat schon oft genug gezeigt, dass sie in solchen Spielen besteht.“ Dem FCA steht mit dem Gastspiel beim FC Bayern die schwerste Auswärtsaufgabe dieser Saison bevor. Da FCB-Coach Jupp Heynckes ankündigte, hinsichtlich der Finalspiele nicht mehr rotieren zu wollen, droht den Augsburgern das volle Münchner Offensivpotenzial, das bislang 91 Ligatore herausspielte. „Sie werden vor Selbstvertrauen nur so strotzen …“, erwartet Markus Weinzierl einen dominanten Gastgeber, dem im letzten Heimspiel vor eigenem Publikum die Meisterschale überreicht wird. „Wir müssen als Mannschaft bestehen“, fordert Weinzierl.

Schalke (gegen den VfB Stuttgart), der SC Freiburg (bei Greuther Fürth) und Borussia Mönchengladbach (beim FSV Mainz) weisen kurz vor Saisonende unterschiedliche Europapokal-Voraussetzungen aus. Die „Knappen“ sind auf jeden Fall international dabei. „Hauptsache, wir stehen nach 34 Spielen auf Platz vier“, spricht Torjäger Huntelaar das Ziel an, den Champions League-Relegationsplatz zu halten. Dafür würden vier Punkte aus den beiden letzten Spielen genügen. Freiburg würden ebenfalls vier Zähler reichen, um in die Europa League einzuziehen. Schon ein möglicher Sieg beim Tabellenletzten Greuther Fürth sollte angesichts des wesentlich besseren Torverhältnisses gegenüber dem HSV ausreichen. Gladbach hat es nicht mehr in eigener Hand. Lucien Favres Elf muss in Mainz gewinnen und auf Ausrutscher Freiburgs sowie der Hamburger lauern. „Es ist enorm schwierig, aber noch möglich, etwas zu schaffen. Daher gibt es in Mainz keine Alternative zu einem Sieg“, hält Favre die rechnerische Chance der „Fohlen“ hoch.

Rechnerisch wäre für Hannover 96 sogar noch der Sprung auf Rang sechs möglich. Dafür müssten jedoch nicht nur die „Roten“ ihre beiden Spiele gewinnen - die drei vor ihnen platzierten Teams müssten auch noch „mitspielen“ und so gut wie keinen Punkt mehr holen. Dieses Szenario ist indes unwahrscheinlich genug, um Hannovers Gastspiel in Leverkusen als eine Begegnung einzuordnen, in der es lediglich noch um eine jeweilige Aufstockung der Bundesligapunkte geht; ohne die Berührung relevanter Saisonziele. Gleiches gilt für den Kick VfL Wolfsburg vs. Borussia Dortmund. Was nicht heißen soll, dass der Ehrgeiz fehlt: „Das ist eine schöne Aufgabe zum Abschluss. Das Stadion ist ausverkauft, die Stimmung wird gut sein. Und wir wollen unser Teil dazu beitragen, indem wir uns mit einer tollen Leistung von den Fans verabschieden und einen Dreier holen“, will Dieter Hecking einen Sieg der „Wölfe“ gegen die „Schwarzgelben“ sehen.



Es muss allen klar sein, dass wir jede Promille brauchen.

— Mainz-Coach Bo Svensson setzt gegen Bayer Leverkusen auf vollen Einsatz...