Der FC Augsburg, zuletzt in der Fremde erfolgreicher als vor eigenem Publikum, eröffnet am Freitag im Spiel gegen Schalke den Spieltag. "Wir haben gegen die Top vier der Liga noch nicht gewonnen. Das soll sich ändern, wir wollen aber auf jeden Fall punkten", setzt Markus Weinzierl auf eine Fortsetzung der Augsburger Erfolgsgeschichte. S04-Manager Horst Heldt lobt den Gegner: "In diesem Team hat jeder seine Position gefunden." Auf einen Tip will er sich nicht festlegen: "Es gibt keinen klaren Favoriten."
In den meisten Begegnungen des Samstags allerdings ist, bezogen auf Tabellenstand und/oder Rückserienbilanz, ein Favorit benennbar. Das gilt besonders für das nominelle Topspiel, wenn der FC Bayern die drittplatzierten Leverkusener empfängt. Pep Guardiola räumte ein, dass die Entwicklung in der Causa Hoeneß auch in den Köpfen der Aktiven einen Rolle spielt ("Natürlich ist das schwer"); einen Bruch erwartet er jedoch nicht. Dortmund (16 Zähler in der Rückserie) hat eklatant besser gepunktet als die Gladbacher Borussia (3) und Bremen (9) hat eine klar bessere Ausbeute eingefahren als die erstmals unter Huub Stevens antretenden Stuttgarter (1). Interessanter kommt da schon eine Einschätzung des Niedersachsenduells zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg daher. Natürlich ist der VfL aufgrund seiner personellen Vorteile sowie des bisherigen Abschneidens in der Favoritenrolle. Die sensationelle 0:2-Hinspielpleite als auch Braunschweigs gewachsene Konkurrenzfähigkeit hinterließen jedoch ihre Spuren im Lager der "Wölfe": "Die Eintracht ist keineswegs so chancenlos, wie manche es vor der Saison erwartet haben", sieht VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs den vielerorts erwarteten Abstieg Braunschweigs noch längst nicht als beschlossene Sache. Die unberechenbaren Hoffenheimer erscheinen keineswegs chancenlos die 05er aus Mainz und auch die Partie Hertha BSC vs. Hannover 96 ist vorab als Duell auf Augenhöhe zu sehen (beide 8 Rückrundenpunkte). "Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, die Ausfälle wegen Verletzungen auf Dauer auszugleichen ...", befürchtet Hertha-Coach Jos Luhukay personelle Engpässe. Auf Lustenberger, Cigerci, Ben-Hatira und Ndjeng muss er gegen die 96er verzichten.
Ganz im Zeichen des Abstiegskampfes stehen beide Sonntagsspiele. Der Hamburger SV könnte mit einem Sieg über Nürnberg am Gegner vorbeiziehen. "Wir sind viel weiter als letzte Woche", stimmen Mirko Slomka die Trainingsfortschritte seines Teams zuversichtlich, das "Überholspiel" zu gewinnen. Im zweiten Spiel ist der Rückstand Freiburgs auf Frankfurt zu groß, als dass die Gastmannschaft aus dem Breisgau die Hessen tabellarisch angreifen könnte. Um zumindest die Chance auf eine Verkürzung des Abstandes wahrzunehmen, will Christian Streich den Spielfluss der Eintracht unterbinden. "Eintracht Frankfurt ist eine spielfreudige und sehr flexible Mannschaft, die sowohl mit langen Bällen als auch mit kurzen Pässen operieren kann. Deshalb gilt es für uns, sehr konzentriert dagegen zu arbeiten und sehr kompakt aufzutreten."
Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant. Aber einiges ist auch fachlich de facto falsch. Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken.
— Michael Zorc, Sportdirektor BVB, über Uli Hoeneß.