Riesensaison der „Wölfinnen“

von Günther Jakobsen12:56 Uhr | 24.05.2013

Das nationale Double hatte man schon, nun krönte der 1:0-Champions League-Finalsieg über das Topteam Olympique Lyon eine an Erfolgen schwerlich zu überbietende Saison. Trainer Ralf Kellermanns Team siegte aufgrund der Defensivstärke des VfL, hatte aber auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite.

Olympique Lyon, Titelträger der beiden vorigen Jahre und in seinen letzten 95 Pflichtspielen ungeschlagen, ging als Favorit in das Finale. Eine berechtigte Rollenverteilung, wie der Spielverlauf widerspiegelte. Die „Wölfinnen“ konnten jedoch in großen Teilen der ersten Halbzeit Paroli bieten, gelegentlich Nadelstiche setzen (4., Keßler/39., Müller) und dank ihres Einsatzwillens die Spielstärke des Gegners eindämmen. Gleichwohl kam Lyon zu mehreren guten Torchancen, die jedoch entweder das Ziel verfehlten (11., Henry/30., Abily), oder Wolfsburgs Torhüterin Alisa Vetterlein keine Probleme bereiteten (14., Schelin/29., Necib). In der 26. Minute war Hartmann gerade noch rechtzeitig zur Stelle, um kurz vor der Torlinie vor Schelin zu klären.

In den zweiten 45 Minuten kam Lyon noch stärker auf und Wolfsburg war gezwungen, voll auf Defensive zu setzen. Die frisch eingewechselte Dickenmann sorgte für viel Schwung in OL’s Aufbauspiel und legte mehrfach gut für ihre Mitspielerinnen auf, die jedoch im Abschluss weiterhin zu unplatziert agierten. Vetterlein stand immer richtig, um die aufs Tor durchkommenden Schüsse zu parieren. Kurzzeitig konnten sich die VfL-Frauen vom Druck befreien und den Ball etwas länger in der gegnerischen Hälfte halten - da glückte ihnen die vorentscheidende Aktion: Sie schlugen von der rechten Seite eine Flanke in Lyons Sechzehner, die von mehreren zum Kopfball hochsteigenden Spielerinnen verpasst wurde. Das Leder prallte somit der überraschten Georges an die Hand und Schiedsrichterin Teodora Albon entschied auf Strafstoß. Müller schmetterte den Ball vehement zur 1:0-Führung in die Maschen (74.), die es in der Restspielzeit zu verteidigen galt. In der Schlussminute wäre Magull nach einer guten Aktion fast noch der zweite Wolfsburger Treffer geglückt (Bouhaddi parierte), was dann aber wohl zu viel des Guten gewesen wäre. „Wir wussten, dass Lyon sehr stark ist und freuen uns deshalb umso mehr. Auch wenn wir das Glück hatten, das man für so einen Sieg braucht“, schätzte Siegtorschützin Martina Müller die Lage richtig ein.

André Schulin



Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.

— Jürgen Wegmann