DFB-Team

Ronaldo im Alleingang

von Günther Jakobsen15:28 Uhr | 08.09.2013

Zu den Überraschungen des Wochenendes zählten unerwartete Punkteteilungen der Niederlande, Frankreichs und der Schweiz, die sich einen Dreitore-Vorsprung entreißen ließ. Italien, Belgien und Deutschland kamen ihrem Ziel, dem Gruppensieg, sehr viel näher.

Vorentscheidung in der Gruppe A: Belgiens 2:0-Auswärtserfolg bei den Schotten brachte den Gruppensieg der Elf von Marc Wilmots in greifbare Nähe. Bei zwei noch ausstehenden Spielen sind fünf Punkte Vorsprung vor dem Verfolger Kroatien (1:1 in Serbien) ein höchst komfortabler Vorsprung. Italiens glücklicher 1:0-Heimsieg gegen Bulgarien festigte auch die Position des Tabellenführers der Gruppe B enorm: Hier stehen noch drei Spieltage aus - Italiens Sieben-Punkte-Polster zu den Bulgaren sollte den Azzurri reichen. Deutschlands Fünf-Zähler-Vorsprung Vorsprung gegenüber dem nunmehr härtesten Verfolger Schweden (2:1 in Irland) ist ebenfalls belastbar. "Wenn wir unsere Dinge so erledigen wie heute, dann denke ich, dass wir es schaffen", sieht Joachim Löw den Erfolg in der Gruppe C nicht mehr gefährdet.

Nach wie vor souverän stehen die Niederlande ganz vorn in der Gruppe D, doch kam man beim Gastspiel in Estland nur knapp an einer Blamage vorbei. Van Persies verwandelter Foulelfmeter in der Nachspielzeit rettete ein 2:2-Unentschieden. Rumänien verbesserte mit einem 3:0 über Ungarn seine Chancen auf Platz zwei. Mit dem vogelwilden Auftritt gegen Island, als man sich nach einem 4:1-Vorsprung noch ein 4:4-Unentschieden abringen ließ, verpassten es die Schweizer, sich in der Gruppe E nahezu uneinholbar abzusetzen. Hitzfelds Mannen profitierten allerdings davon, dass Albanien den Slowenen 0:1 unterlag. Somit konnten sich die Eidgenossen eines Vier-Punkte-Vorsprungs erfreuen. Portugals 4:2-Sieg in Nordirland (drei Ronaldo-Treffer) hielt die Iberer an der Spitze der Gruppe F, doch Russland (ein Spiel weniger) hält es nach dem 4:1-Sieg gegen Luxemburg noch in eigener Hand, den Gruppensieg für sich zu entscheiden. Israel (1:1 gegen Aserbaidschan) büßte an Boden ein.

In der Gruppe G wurde es nach dem siebten Spieltag enger. Durch die 0:1-Heimpleite gegen die Slowakei musste Spitzenreiter Bosnien-Herzegowina hinnehmen, dass Griechenland (1:0 in Liechtenstein) auf Augenhöhe aufschloss. Die Slowaken wahrten ihre Chance, zumindest noch Platz zwei zu erreichen. Von der 1:1-Punkteteilung zwischen Montenegro und Polen profitierten in der Gruppe H die Engländer (4:0 gegen Moldawien) sowie die Ukrainer, die San Marino mit einer 0:9-Packung auf die Heimreise schickten. Fast schon kurios: Acht verschiedene Torschützen trafen für die Ukraine. Frankreichs Abschlussprobleme - nunmehr fünf Länderspiele ohne eigenes Tor - wurden auch in der Partie gegen Georgien aufgedeckt, das für die Gastgeber mit einem unbefriedigenden 0:0 endete. Der angestrebte Erfolg in der Gruppe I rückte damit ein Stück weiter in die Ferne, da Favorit Spanien (2:0 in Finnland) seine Pflicht erfüllte und nun drei Zähler oberhalb Frankreichs rangiert.



Eigentlich kenne ich Diktatoren nur noch in Afrika. Doch Trainer Magath ist der letzte Diktator in Europa.

— Bachirou Salou