Rückkehrer im Breisgau, neuer Besen in Hessen

von Günther Jakobsen15:57 Uhr | 02.08.2014

Weder der SC Freiburg noch Eintracht Frankfurt konnten alle Spieler halten, die sie gerne länger im Kader gesehen hätten. Wichtige Akteure gingen, somit müssen Christian Streich, und vielleicht mehr noch Eintrachts neuer Coach Thomas Schaaf intensiv an der Ausrichtung zur neuen Saison arbeiten.

Der SC Freiburg und sein altes Problem: In schöner Regelmäßigkeit bauen sich die Breisgauer mit ihren bescheidenen Mitteln eine gut funktionierende Mannschaft zusammen - um dann hilflos der Gesetzmäßigkeit des Geschäfts gegenüber zu stehen, dass die tragenden Säulen anderswo "größere Herausforderungen" suchen. So konnte man Matthias Ginter nicht halten (zum BVB) und jüngst sah man sich mit dem unerwarteten Wechselwunsch von Mittelfeldakteur Gelson Fernandez konfrontiert, dem man mit knirschenden Zähnen die Freigabe erteilte (für ca. 1,6 Mio. Euro zu Stade Rennes). Auf den Transfergewinn - der Schweizer kam vor einem Jahr für 400.000 Euro - hätte der SC lieber verzichtet, und den Spieler behalten. So muss Christian Streich eine ansich gesetzte Position neu besetzen, was ihm vermutlich nicht schwer fallen dürfte. Möglicherweise bietet sich dafür sogar einer der Neuzugänge an, der schon eine Vergangenheit bei den Freiburgern hat: Sascha Riether, vom FC Fulham verpflichtet. "Die Trainer haben immer geschätzt, dass sie mich variabel einsetzen können, und ich fühle mich auch überall auf dem Platz wohl", meint der Routinier, der schon zwischen den Jahren 2002 und 2007 als Profi für Freiburg in Bundesliga und 2. Liga vollen Einsatz zeigte. Dass sich die ohnehin schon ausgeprägte Einkaufs- Verkaufspolitik nicht noch weiter verstärkt, war Streich ein Anliegen beim Internationalen Trainerkongress in Mannheim: "Wir müssen aufpassen, dass wir weiter Vereine haben, die nicht gesponsert werden von Menschen mit viel Geld. Dann kommen Klubs, die kaufen für 20 oder 30 Millionen Euro ein."

Für etwa drei Millionen Euro gönnte sich Eintracht Frankfurt den Schweizer Stürmer Haris Seferovic (von Real Sociedad). Nach Nelson Valdez und Lucas Piazon kauften die Hessen damit innerhalb kurzer Zeit drei Offensivspieler ein, die den Verlust von Schwegler und Joselu kompensieren sollen. Da außerdem Rode, Jung und Barnetta ihre Zelte in der Mainmetropole abbrachen, ist dem Frankfurter Team ein gewisser Umbruch nicht abzusprechen - ganz zu schweigen von der taktischen Einstellung, die bedingt durch den neuen Coach Thomas Schaaf ansteht. Dass dies seine Zeit benötigt, zeigte die 2:5-Testspielniederlage gegen Waldhof Mannheim. "In einer Vorbereitung ist alles möglich, ich habe schon vieles mitgemacht. Natürlich möchte ich erfolgreich sein, aber die Priorität ist verschoben. Die Arbeit ist wichtiger als das Ergebnis ...", hängte Schaaf das Resultat nicht zu hoch. Weitere neue, bundesligaerprobte Spielerzugänge - Hasebe, Ignjovski, Chandler - sollen garantieren, dass der Umbau zügig voranschreitet. Nach seinen Ex-Bremer-Schützlingen Valdez und Ignjovski soll Schaaf noch Hugo Almeida im Auge haben - was allerdings noch nicht bestätigt wurde. "Unser Interesse ist es natürlich auch, Frankfurter Jungs in die Nationalmannschaft zu bringen", kündigte Schaaf an.



Ich sag nur ein Wort: Herzlichen Dank!

— Horst Hrubesch bei seinem HSV-Abschied