Der FC Bayern feiert: seinen 115. Geburtstag. Kaum anzunehmen, dass der 1. FC Köln, am Freitagabend zu Gast in der Allianz Arena, zu diesem Zeitpunkt, in der die Münchner torhungrig wie selten erscheinen, als Störenfried auftreten kann. Pep Guardiola weist immerhin auf Kölns großes Plus in dieser Saison hin: "Sie haben eine gute defensive Organisation." Des Spaniers Kölner Pendant Peter Stöger weiß, dass seinem auswärts so erfolgreichen FC (16 Punkte) vermutlich eine Dauerbelagerung droht. "Es kann alles passieren - von einer Sensation bis zu einer hohen Niederlage", schließt der Österreicher einen Coup der Geißböcke indes nicht aus.
Einen Favoriten des Klassikers Dortmund vs. Schalke zu benennen fällt schwer. Der BVB verriet in den letzten Bundesligaspielen ansteigende Form und berichtete, das Grippevirus eingedämmt zu haben. Muskuläre Probleme bei Sokratis machen allerdings einen Einsatz des Griechen unwahrscheinlich. Schalke kann wieder auf Huntelaar bauen, dessen Rot-Sperre abgesessen ist. Während der BVB einen weiteren Schritt in Richtung gesicherten Tabellenbereich anstrebt, steht für S04 die CL-Platzierung zur Disposition: Die Verfolger Augsburg (in Berlin) und Leverkusen (gegen Freiburg) könnten vorbei ziehen. Um sich weiterhin die Nähe zu den lukrativen EL-Plätzen zu erhalten, wären Siege von Hoffenheim (gegen Mainz) und Frankfurt (gegen Hamburg) nützlich. TSG-Trainer Markus Gisdol war vom kürzlichen Trainerwechsel der 05er überrascht und hat deshalb noch keine konkrete Vorstellung vom taktischen Auftreten der Gäste: "Eine Ungewissheit, was der Gegner auf fremdem Platz vorhat, ist natürlich da." HSV-Coach Joe Zinnbauer hat keine Zweifel, dass die Trauben in Frankfurt hoch hängen: "Im eigenen Stadion sind sie sehr stark", erwartet er eine druckvolle Eintracht. Nach wie vor muss er aus verschiedenen Gründen personell stark improvisieren. Hannover und Stuttgart trennen acht Ränge, und doch ist das Spiel der 96er gegen Schlusslicht VfB auch für die Niedersachsen von erheblicher Bedeutung: Sechs sieglose Partien (2 Punkte) machen Hannover bislang zum zweitschlechtesten Rückrundenteam; unwesentlich erfolgreicher als die mit einem Punkt in die Rückserie gestarteten Schwaben. "Mit einem Dreier können wir den Blick wieder nach vorne richten", hofft 96-Sportdirektor Dirk Dufner auf das Ende der Misere.
Borussia Mönchengladbachs EL-Saison endete am Donnerstag, als die 2:3-Heimniederlage gegen Sevilla das Aus besiegelte. Die Borussen wurden immerhin aufgrund ihres Engagements mit Applaus verabschiedet - eine Pleite gegen Paderborn am Sonntag dürfte eine andere Reaktion provozieren. Der SCP muss in der Abwehr umstellen, da Rafa (verletzt) und Hartherz (gesperrt) ausfallen. Wolfsburgs Europa-League-Story läuft weiter: Ein 0:0-Remis bei Sporting Lissabon reichte Dieter Heckings Team nach dem 2:0-Hinspiel vollkommen aus. Nächster Gegner ist Inter Mailand. In der Bundesliga müssen die "Wölfe" zuvor jedoch beim Nordrivalen Werder Bremen antreten, der gemeinsam mit dem VfL als einziger Erstligist noch ohne Rückserienniederlage dasteht. "Ich erwarte ein hartes, aber auch ein klasse Spiel", freut sich Werder-Coach Viktor Skripnik auf den späten Sonntagnachmittag. Der Ukrainer muss den formstarken Bartels ersetzen, der nach fünf Gelben Karten pausiert.
Es macht Spaß uns zuzuschauen, auch wenn ich selbst nicht zugeschaut habe.
— Thomas Müller