Vielen Teams geht vor eigenem Publikum derzeit nicht selten die Muffe. So auch dem 1. FC Nürnberg (2:5 gegen Frankfurt) sowie dem Werksklub aus Leverkusen (2:3 gegen Hoffenheim). Am Samstagabend beim 3:0 von Gladbach gegen Hertha wurde dagegen nur in der 1. Halbzeit Fußball gespielt.
Eintracht Frankfurt nahm die Einladung eines Abwehrfehlers von Pogatetz dankend an und nutzte über Aigner und Barnetta die Gelegenheit, 1:0 beim 1. FC Nürnberg in Führung zu gehen. Als in dem Abstiegsduell Joselu (49.) und Madlung (53.) kurz hintereinander auf 3:0 erhöht hatten, gab niemand mehr einen Groschen auf die Franken. In der 64. Minute allerdings jagte Sturm-As Drmic die Kugel mit links so optimistisch zum 1:3 in Netz, dass er sein ganzes Team zeitweise mitriss. Sogar Neuzugang Campana wagte mehr, schoss aus der Distanz und traf zur Überraschung aller zum 2:3 (72.). Alles war plötzlich wieder möglich, doch Pinola lief als letzter Mann Joselu über die Haxen, was glatt Rot bedeutete (80.). Zwei Konter (Joselu und Kadlec) aber nutzten die Hessen in der Schlussphase gegen zehn inzwischen wieder verunsicherte Clubberer noch zum letztlich aber viel zu hohen 5:2-Erfolg.
Lange Zeit hatte sich Bayer 04 Leverkusen auf Rang zwei hinter dem FC Bayern gehalten, doch seit nunmehr neun Spielen kann das Team von Trainer Hyypiä nicht mehr gewinnen. Auch gegen 1899 Hoffenheim wurde kein Pünktchen eingefahren, obwohl die Werkself zweimal einen Vorsprung aufgeholt hatte. Zuerst standen sich Salihovic als exzellenter Elferschütze und Torwart Leno als aktuell bester Verhinderer der Versuche vom Punkt gegenüber: 1:0 für 1899 (14.). Kießling glich zwar noch vor der Pause aus (39.), doch umgehend legten die Gäste nach (40., Volland). Als Rolfes keineswegs ungeschickt der erneute Ausgleich gelungen war (54.), rissen beide Teams ihre Visiere herunter und griffen risikofreudig an. Zuerst vergab Derdiyok zweimal für Bayer, dann traf Mittelstürmer Modeste kurz vor Feierabend doch noch, allerdings für die Gäste, die sich weiter vom Tabellenkeller entfernten, während Leverkusen nunmehr Gladbach im Kampf um den vierten CL-Platz im Nacken spürt.
Schließlich hatte Borussia Mönchengladbach am Vorabend scheinbar locker mit Hertha BSC einen Mitkonkurrenten mit 3:0 vom Platz gekickt. Alle Treffer waren vor dem Pausenpfiff und nach einer starken Anfangsphase der Hauptstädter gefallen. Arango hatte in typischer Art den Anfang gemacht (28.), Kruse im richtigen Moment seinen Kopf hingehalten (32.) und Raffael trotz Foulspiels gegen sich sein Ding trotzdem durchgezogen (40.). Der Vorsprung der Favre-Truppe war somit wohl zu hoch, so dass die Alte Dame, als erste Versuche nach der Pause fehlgeschlagen waren, mehr oder weniger kampflos gegen verwaltende Hausherren aufgab.
Der Österreicher glaubt mit 18, er sei Pelé. Mit 20 glaubt er, er sei Beckenbauer. Und mit 24 merkt er, dass er Österreicher ist.
— Max Merkel