Die 96er legten am Donnerstag vor, den anderen sechs meist abstiegsbedrohten Klubs blieb die Chance, jeweils vor eigenem Publikum, nachzuziehen. Rechnerisch durften vor der 31. Runde noch alle Kellerkinder auf ein Happyend hoffen.
Hannovers 3:2-Auswärtssieg am Donnerstag in Frankfurt entspannte die Lage für die 96er erheblich. "Wenn man den Kampf um den Klassenerhalt in drei Schritte teilen würde, dann haben wir letzte Woche den ersten und heute den zweiten gemacht, aber es fehlt noch ein Schritt ...", wies Tayfun Korkut darauf hin, dass man rechnerisch trotz der zwei Erfolge in Serie noch nicht gerettet war. Jedoch erhöhte der Sieg der "Roten" den Druck auf die anderen Klubs aus dem Tabellenkeller, die es, abgesehen von Werder, am 31. Spieltag ausnahmslos mit Europapokal-Aspiranten zu tun bekommen. Die Bremer erwarten allerdings die Hoffenheimer "Sphinx". Die Sinsheimer kommen mit der Empfehlung von fünf niederlagenfreien Spielen in Serie (11 Punkte) an die Weser. Dass Angreifer Di Santo nach abgesessener Gelb-Sperre wieder zur Verfügung steht, freut Werder-Coach Robin Dutt besonders: "Er war vorher in sehr guter Form und hat zweimal hintereinander getroffen."
Ein Duell der Gegenpole - Schlusslicht Braunschweig gegen Meister FC Bayern - wird im Braunschweiger Eintracht-Stadion angepfiffen. Von den schlechten Resultaten der Münchner in den letzten BL-Partien will sich Torsten Lieberknecht nicht blenden lassen: "Es fällt schwer, Momente im Spiel der Bayern zu finden, die man als Schwäche ausmachen kann. Dafür ist die individuelle Qualität viel zu hoch in dieser Truppe". Freiburg (gegen Gladbach) und Hamburg (gegen Wolfsburg) versuchen in ihren jeweiligen Heimspielen am Samstag, den Abstand zu den direkten Abstiegsrängen zumindest zu erhalten. "Wir haben weitere vier Endspiele vor der Brust und hören nicht auf, unsere Chance zu suchen. Alle zusammen. Und ich gehe vorneweg", gab sich Mirko Slomka kämpferisch, obwohl der HSV erneut noch mit Personalengpässen klarkommen muss. Am Sonntag schließlich messen sich die gefährdeten Südklubs aus Nürnberg (gegen Leverkusen) und Stuttgart (gegen Schalke) mit Westklubs, die - zumindest im Fall der "Königsblauen" - die Saison als mutmaßliche CL-Teilnehmer abschließen. Im Samstagsmatch zwischen Augsburg und Hertha kann der FCA sich im Erfolgsfall nach dünne Chancen auf das Erreichen des siebten Platzes ausrechnen; Markus Weinzierls Team ist allerdings darauf angewiesen, dass Mainz (in Dortmund) noch Federn lässt.
Als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern habe ich aus guter Tradition einen Cognac vor dem Spiel getrunken. Vielleicht probiere ich diesmal etwas Neues aus.
— Karl-Heinz Rummenigge zum Bundesliga-Start 2021.