Zum ersten Mal seit 1982 gewann mit dem FC Schalke 04 wieder eine deutsche Mannschaft bei Olympiakos Piräus. Der einstige Deutschland-Schreck verbreitete diesmal keine Angst. Die Schalker selbst hielten die Partie unnötig lange spannend.
In den letzten Jahren waren Bayer Leverkusen (2:6, 02/03), Werder Bremen (0:3, 07/08), Hertha BSC (0:4, 08/09) und zuletzt sogar Meister Borussia Dortmund (1:3, 11/12) im Georgios-Karaiskakis-Stadion untergegangen. Schalke drohte ein ähnliches Schicksal nur in der Anfangsphase, als ihre Abwehr noch mit einer gewissen Anfangsnervosität zu kämpfen hatte. Nach fünf Minuten wäre Königsblau fast kalt erwischt worden. Rechtsverteidiger Höwedes war nach innen, aber Rechtsaußen Farfan nicht nach hinten gerückt. So hatte Paulo Marchado auf dem linken Flügel freie Bahn, und die Knappen konnten von Glück reden, dass ihr griechischer Innenverteidiger Papadopoulos den Schuss des Portugiesen vor der Linie klärte. Danach neutralisierten sich beide Teams erst einmal auf demselben mäßigen Niveau. Piräus überließ Schalke das Spiel. Die Königsblauen stabilisierten sich zwar in der Defensive, aber leisteten sich dafür im Spiel nach vorne zu viele Fehlpässe und verschleppten zu oft das Tempo. Als die Gelsenkirchener in der Schlussphase der ersten Halbzeit zielstrebiger wurden, erspielten sie sich gleich Torchancen. Bereits in der 38. Minute brachte Papadopoulos die Kugel zum ersten Mal im Tor von Olympiakos unter, nachdem sich Keeper Megyeri, dessen kurzfristige Nominierung für die Startelf eine „Bauchentscheidung“ von Trainer Jardim war, bei einem hohen Ball verschätzt hatte. Doch die Griechen hatten Glück, dass der Torrichter zu Unrecht ein regelwidriges Einsteigen des Schalker Innenverteidigers sah und der Schiedsrichter den Treffer deswegen nicht gab. Aber die Königsblauen mussten sich nicht lange über den verpassten Torerfolg grämen. Nur drei Zeigerumdrehungen später entwischte Höwedes seinem Gegenspieler, dem ehemaligen Münchner Löwen Holebas, und nickte eine Farfan-Ecke zum 1:0 für S04 ein.
Die Griechen hatten auf die veränderte Spielsituation keine Antwort parat. Schalke blieb in der zweiten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft und hätte eigentlich direkt nach dem Wiederbeginn für die Vorentscheidung sorgen müssen. Megyeri patzte erneut und wehrte einen Distanzversuch von Fuchs nur nach vorne ab, aber den Abpraller jagte Barnetta, der überraschenderweise Afellay und Draxler in der Startelf vorgezogen worden war, übers leere Tor (51.). Die Griechen wieder ins Spiel brachte die Schalker Abwehr mit zwei Leichtsinnsfehlern. In Minute 57 geriet Matips Kopfballrückgabe zu kurz, aber Abdoun scheiterte am zurückgeeilten Schalker Innenverteidiger und David Fuster mit dem Nachschuss an dessen Verteidigerkollegen Fuchs. Wenige Augenblicke später, nach einem zu kurzen Abschlag des Schalker Torhüters Unnerstall, konnte Papadopoulos zwar Djebbour stoppen, allerdings war keiner bei dem knapp im Abseits stehenden Abdoun, der diesmal sicher zum 1:1 einschob (58.). Im direkten Gegenzug gingen die Gelsenkirchener jedoch wieder in Führung. Mit lediglich einem Kontakt leitete Holtby ein Jones-Zuspiel zu Huntelaar weiter, und der Schuss des Niederländers traf erst den linken Pfosten und sprang dann ins Netz (59.). Und einen Angriff später drang Barnetta in den Strafraum ein und wurde von Manolas mit einem Foul gestoppt. Den fälligen Elfmeter setzte Huntelaar erneut an den linken Pfosten, aber diesmal sprang der Ball dann nicht ins Netz, sondern wieder ins Feld zurück (61.). Trotzdem geriet der Sieg der Gelsenkirchener zum Auftakt der Champions League nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Die Knappen hielten die Kugel geschickt in den eigenen Reihen. Wenn die Griechen überhaupt mal an das Spielgerät kamen, dann war ihre Schlussoffensive mit langen und hohen Bällen zu durchschaubar.
Senthuran Sivananda
Das Schicksal will, dass ich künftig die Nummer neun trage!
— Bayern Münchens Edel-Joker Jürgen ,,Kobra" Wegmann nach seinem ,,Tor des Jahres" gegen den 1. FC Nürnberg.