Schalke gelang Aufholjagd

von Günther Jakobsen00:22 Uhr | 07.11.2012

Der FC Schalke 04 kam im Heimspiel gegen den FC Arsenal nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2-Unentschieden. Allerdings mussten sich die Knappen ärgern. Denn mit einem Sieg hätten sie vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht. Und die Königsblauen waren im Duell mit den Gunners die deutlich bessere Mannschaft.

Die Schalker knüpften zunächst an die starke Vorstellung aus dem Hinspiel in London (2:0) an. In der ersten Viertelstunde agierte Königsblau nahezu fehlerfrei. In der Offensive eroberten sich die Knappen im Mittelfeld den Ball und konterten überfallartig. Schon nach zwölf Minuten hatten sie sich so drei Großchancen herausgespielt. Fuchs´ Schuss wurde zur Ecke geklärt (5.). Bei Afellays Abschluss bekam Arsenal-Keeper Mannone seine Finger dazwischen (9.). Und Höwedes´ Kopfball nach einem Eckstoß landete auf dem Tordach (12.). Arsenals Angriffsbemühungen endeten zunächst schon im Mittelfeld. Die Gunners hatten keine Idee, wie sie die gut organisierte Defensive der deutschen Gastgeber knacken konnten. Umso überraschender gingen sie dann in Führung, nachdem die Schalker Hintermannschaft zum ersten Mal gepatzt hatte. Neustädter versuchte den Ball zu Matip zurückzuköpfen. Doch der Schalker Innenverteidiger war gerade aus der Viererkette herausgerückt. Stattdessen durfte Arsenals Stoßstürmer Giroud mit der Kugel am Fuß alleine aufs gegnerische Tor zulaufen. Höwedes konnte zwar den Franzosen noch abfangen. Allerdings landete der Ball dann bei Walcott, der legte ihn an S04-Keeper Unnerstall vorbei und brauchte nur ins leere Tor einzuschieben (18.). Die Gäste-Führung hatte nicht nur den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, sondern war zugleich ein Wirkungstreffer. Schalke erhöhte zwar anschließend den Druck, aber agierte im Spiel nach vorne zu überhastet und zu ungenau. Und hinten wackelte die Abwehr bei den offensiven Nadelstichen der Engländer. Zu allem Überfluss musste Rechtsverteidiger Uchida mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden (25.). Dessen Vertreter Höger sah wenig später nicht glücklich aus, als er Podolski nicht an einer Flanke hindern konnte. Und der von der Schalker Abwehr alleingelassene Giroud brauchte lediglich zum 2:0 einzunicken (26.). Immerhin stimmte die Einstellung bei den Westdeutschen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kamen sie durch einen Treffer von Huntelaar wieder heran. Ein Jones-Zuspiel wurde von Holtby direkt zu Huntelaar weitergeleitet, und der Niederländer jagte die Kugel ins lange Toreck.

Der Anschlusstreffer verlieh den Knappen neuen Mut für die zweite Halbzeit. Nach der Pause wurde Arsenal am eigenen Strafraum eingeschnürt. Zunächst hatte die Platzelf jedoch viel Pech. Huntelaar tauchte plötzlich alleine vor dem gegnerischen Tor auf, schoss aber dann lediglich den gegnerischen Schlussmann an (51.). Vier Minuten später bekam die Platzelf nach einem Handspiel von Arsenals deutschem Innenverteidiger Mertesacker nicht den durchaus möglichen Strafstoß. Nach genau einer Stunde klärte Arteta bei Högers Schuss im Anschluss an eine Ecke auf der Linie. Und Mannone konnte Holtbys Distanzversuch nicht festhalten, aber Huntelaar verpasste den Abpraller um einen Schritt (64.). Kurz nachdem mit Höger bereits der zweite Schalker Rechtsverteidiger an diesem Europapokalabend verletzt ausgewechselt worden war (66.), gelang Königsblau der überfällige Ausgleich. Diesmal hatten die Knappen Glück, dass nach Afellays Flanke vom linken Flügel Holtby in der Mitte der Kopfball verunglückte, so dass die Kugel auf rechts bei Farfan landete. Den Schuss des Peruaners fälschte Vermaelen ins eigene Tor ab (67.). Danach wollte Schalke für einen durchaus möglichen Siegtreffer nicht zu viel riskieren, und die in der Schlussphase sichtlich müden Gäste von der Insel waren mit dem Unentschieden mehr als zufrieden. Dennoch wäre ihnen in der letzten Sekunde der vierminütigen Nachspielzeit mit dem einzigen gefährlichen Konter in der zweiten Halbzeit fast der Siegtreffer gelungen. Nach einem erneuten Fehler von Matip lief Walcott alleine auf das Schalker Gehäuse zu, scheiterte jedoch diesmal an Unnerstalls Fußabwehr.

Senthuran Sivananda



Wenn die Presse kommt, sage ich mir: Nichtssagendes Gerede ist immerhin noch ehrlicher als vielsagendes Schweigen.

— Dr. Carlos Bilardo, Weltmeister-Trainer Argentiniens von 1986.