Eine vielköpfige Konkurrenz lauert darauf, Hoffenheim und Leverkusen von den EL-Plätzen zu verdrängen. Schalkes Chancen, in die internationalen Ränge vorzustoßen, sind nur gering. Das 101. Nordderby zwischen Hamburg und Bremen findet auf dem tiefsten Level dieses Klassikers statt.
Dass Philipp Lahm mit seiner schweren Verletzung (Sprunggelenks-Bruch) die Ausfallliste des FC Bayern vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim noch erweitert, ist für Markus Gisdol keine entscheidende Schwächung des Gegners: "Da spielen nur Granaten - egal, ob Müller, Götze oder Lewandowski", meint der TSG-Trainer, dass die Münchner Reservebank stark genug ist, die Ausfälle zu kompensieren. "Aber wir werden alles versuchen und nicht im Vorfeld abschenken." Die Kraichgauer erreichten beim letzten Gastspiel in München ein Unentschieden (3:3); ein erneuter Punktgewinn beim Tabellenführer erhöht ihre Chancen, auf den internationalen Rängen zu bleiben. Der punktgleiche Tabellennachbar Leverkusen muss auswärts in Hannover antreten, was angesichts der Heimbilanz der Niedersachsen (4 Siege/1 Niederlage) und Bayers Formschwäche - nur ein Sieg in den letzten sechs Spielen - als hohe Hürde für die Werkself erscheint. Sollten Hoffenheim und Leverkusen (jeweils 17 Punkte) jedoch scheitern, steht ein 15-Punkte-Quartett, bestehend aus Augsburg, Mainz (gegen Freiburg), Paderborn (gegen Dortmund) und Köln (gegen Hertha) bereit, um vorbeizuziehen. Theoretisch wäre dazu auch Schalke in der Lage (14 Punkte), allerdings müssten die "Knappen" einen deutlichen Sieg gegen Wolfsburg landen - was konträr dem zuletzt gezeigten Leistungsvermögen stände. "Es ist wichtig, immer genügend Spieler hinter dem Ball zu haben, damit die Wolfsburger nicht kontern können", legt S04-Coach Roberto Di Matteo vor dem interessanten Match großen Wert auf eine stabile Absicherung. Mönchengladbach hat nach der bisher einzigen Saisonniederlage (0:1 beim BVB) die Absicht, im Spiel gegen Frankfurt zurück auf den Erfolgspfad zu finden. Der kürzlich gegen die Eintracht erzielte 2:1-Sieg im DFB-Pokal ist für Lucien Favre kein Maßstab: "Für uns ist es weder ein Vor- noch ein Nachteil, erst kürzlich gegen Frankfurt gespielt zu haben. Damals war es ein Pokalspiel, das ist mit der Meisterschaft nicht zu vergleichen."
Am Sonntagnachmittag steigt mit dem Nordderby Hamburger SV vs. Werder Bremen der Bundesliga-Dauerbrenner schlechthin. Der 101. Vergleich der Hanseaten (31 HSV-Siege/36 Werder-Siege) findet allerdings erstmals unter den Vorzeichen statt, dass beide Klubs Abstiegsplätze belegen. Beim HSV musste Jansen kurzfristig seine Teilnahme absagen (Adduktoren-Probleme), während Werder auf seinen besten Goalgetter, Di Santo, verzichten muss (Knieverletzung). Bemerkenswerte Randnotiz: Die Trainer Zinnbauer und Skripnik standen sich zu Saisonbeginn noch als Trainer der jeweiligen U23-Teams gegenüber (4:2-Sieg der Hamburger in Bremen). Zum Abschluss des 12. Spieltages lädt Schlusslicht VfB Stuttgart den FC Augsburg zum Schlagabtausch. Dass Stuttgart auch in der Heimbilanz am Ligaende rangiert (4 Punkte), kontert Augsburg mit seiner Auswärtsschwäche (3 Punkte). Ein Unentschieden bietet die junge Erstligabilanz der Südklubs (3 VfB-Siege/3 FCA-Siege) bislang noch nicht an.
Heute habe ich im Training ,,eine Promille" gegen ,,zwei Promille" spielen lassen. Und wer hat gewonnen? ,,Zwei Promille".
— Klaus Augenthaler, Trainer des 1. FC Nürnberg, nach dem Aufstieg mit dem ,,Club" in die Bundesliga.