Schwarzgelb gegen Königsblau

von Günther Jakobsen16:08 Uhr | 19.10.2012

Im Westen der Republik steht die "Mutter aller Derbys" - ohne ´Papa´ - auf dem Spielplan (BVB vs. Schalke), während im Süden genealogisch eine kleinere Variante des Derbytums angeboten wird (Nürnberg vs. Augsburg). Räumlich weit auseinander beheimatet, und somit derby-unverdächtig, sind die Kontrahenten der letzten Begegnung des achten Spieltags (HSV vs. VfB).

Ein Duell zweier schlecht in die Saison gestarteter Teams eröffnet den 8. Spieltag: 1899 Hoffenheim empfängt die SpVgg Greuther Fürth. Mike Büskens’ kompakte Ansage „Wir müssen gut verteidigen und vorne unsere Chancen nutzen“ ist von universaler Unschlagbarkeit. Personell kann man beim Aufsteiger aus dem Vollen schöpfen, um des Trainers Worten Taten folgen zu lassen. Seitens der Gastgeber klemmt es laut Markus Babbel besonders in der Offensive: „Wir müssen im Abschluss konsequenter werden, gerade gegen eine tief stehende Fürther Mannschaft ist dies ganz wichtig.“ Die gegen Salihovic und Williams verhängten Sperren schränken seine Optionen ein.

Schwarzgelb gegen Königsblau lautet die attraktivste Paarung der sechs interessanten Samstagsspiele. Verletzungen von Blaszczykowski und Götze verhindern den Einsatz dieser beiden BVB-Leistungsträger beim Spiel gegen Schalke, Gündogan und Schmelzer sind noch fraglich. „Es ist eine Herausforderung der man gerne stellt“, freut sich Jürgen Klopp dennoch auf das 81. Bundesligaderby der Ruhrpottrivalen. „Das Spiel kommt für ihn zu früh. Papa konnte noch nicht wieder ins Training einsteigen“, erklärte Huub Stevens den Ausfall von Schalkes Innenverteidiger Papadopoulos, der nach einer Infektion noch nicht wieder fit genug ist. Fit wäre hingegen nach überstandener Knieverletzung Hildebrand, ob er Unnerstall im Tor ablöst war indes noch offen.

Seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen, will Bayer Leverkusen im Heimspiel gegen den FSV Mainz seine Serie verlängern. Aber auch die 05er zeigten zuletzt einen Aufwärtstrend. „Das Selbstvertrauen ist grundsätzlich da“, bestätigt Thomas Tuchel. Um das Selbstvertrauen gewisser Fortuna-Fans (Campino: „Bayern sieht keine Schnitte“) braucht man sich keine Gedanken zu machen. Dennoch bleibt Norbert Meiers Elf im Heimspiel gegen den FC Bayern der erklärte Außenseiter, auch wenn der Tabellenführer neben Gomez und Robben möglicherweise auch Dante (Knieprobleme) ersetzen muss. Die hervorragend gestarteten Frankfurter erwartet gegen Hannover 96 eine schwere Heimaufgabe. Den „Roten“ stehen alternativ alle fünf vorhandenen Stürmer zur Verfügung, eine Variabilität, die Mirko Slomka sehr erfreut. Der 96er-Coach findet aber auch lobende Worte für die Eintracht: „Ein solches Team, das fußballerische Lösungen findet, kann in der Bundesliga jeden schlagen.“ Sich in der Bundesliga zuletzt wenig erfolgreich geschlagen haben die Nordklubs Werder Bremen und VfL Wolfsburg. Besonders die Auswärtspleite von Augsburg schlug den Hanseaten aufs Gemüt - gegen Mönchengladbach soll die Scharte ausgewetzt werden. Der vorletzte Tabellenplatz ist nicht das, was vom VfL Wolfsburg zu erwarten war. Für Felix Magath zählt vorerst jedoch nur das nächste Spiel: „Nach wie vor stehen wir ohne Heimsieg da, dementsprechend ist alles andere für uns uninteressant. Gegen Freiburg muss ein Sieg her…“

Polter und Esswein, die beiden U 21-Nationalspieler des Clubs, hatten im DFB-Trikot aufgrund der gelungenen EM-Endrundenqualifikation erst kürzlich Anlass zum Jubeln. Den gab es beim 1. FCN, der die letzten vier Ligapartien verlor, lange nicht mehr. Das Südderby gegen den FC Augsburg bietet eine Gelegenheit, die schlechte Serie zu stoppen. Die Gäste indes haben auch einen Stürmer in ihren Reihen, der unter der Woche erfolgreich war: Bance brachte mit Burkina Faso die Qualifikation zum Afrika-Cup 2013 in trockene Tücher. Im zweiten Sonntagsspiel empfängt der Hamburger SV, der sich jüngst aus dem größten Schlamassel befreien konnte, den VfB Stuttgart, dessen Sorgen sich erhöhten. Cacaus Kreuzbandriss beraubte die Schwaben einer Option im Sturm. HSV-Kapitän Westermann erinnerte sich an das letzte Heimspiel gegen den VfB, das die Norddeutschen 0:4 verloren. „Wir sind in dieser Spielzeit stabiler und stärker“, erwartet er jedoch einen ganz anderen Ausgang.



Das ist nun das zweite Mal, dass er zwischen sich und dem Tor stand.

— Brian Marwood über Terry Phelan