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Schweizer (verdiente) Glückspilze

von Günther Jakobsen17:37 Uhr | 16.06.2014

Während das Spiel der Schweizer gegen Ecuador in der Schlussphase Hochspannung anbot, war Honduras im anderen Spiel der Gruppe E zu schwach, um einen echten Spannungsbogen zu erzeugen. Bosnien-Herzegowina sah gegen Argentinien (Gruppe F) lange Zeit ziemlich gut aus.

Umsicht zeichnete Schiedsrichter Irmatov in der packenden Nachspielzeit der Partie Schweiz vs. Ecuador (Gruppe E) aus. Die Schweizer - Sekunden zuvor nur aufgrund Arroyos Tändelei um einen zweiten Gegentreffer herumgekommen - fuhren einen letzten Konter. Nach einem Foul an einem Eidgenossen erkannte der Schiri den Vorteil und winkte zum Weiterspielen. Rodriguez konnte somit den eingewechselten Seferovic ins Spiel bringen, der aus kurzer Distanz den 2:1-Siegtreffer markierte. Da Ottmar Hitzfelds Mannschaft weitaus mehr in die Spielführung investierte als die Südamerikaner, war der Erfolg nicht unverdient. In den ersten 45 Minuten konnte Ecuador allerdings mit seiner kompakten, defensiv orientierten Spielweise erfolgreich dagegenhalten und nach einem Standard - Avovis Freistoßflanke fand den ungedeckten Enner Valencia - die Führung vorlegen (22.). Die in der zweiten Hälfte verbesserten Schweizer kamen gleich nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich (48., Mehmedi traf nach einem Eckstoß per Kopf) und hatten Anlass zum Ärger, als ein regulärer Treffer von Drmic keine Anerkennung fand (70.). Des Unparteiischen kluge Entscheidung in der Schlussminute nahm dem Fehler jedoch die Tragweite.

Nix für Ästheten. Das zweite Spiel der Gruppe E führte Frankreich und Honduras zusammen - eine Partie, die spielerisch wenig zu bieten hatte. Honduras offerierte eine strikt defensive Linie, gepaart mit einer deftigen Portion hartem, körperlichen Einsatz. Das Hauptanliegen der Franzosen lag dann im späteren Verlauf der Begegnung auch lediglich darin, den Kick unversehrt zu überstehen. Spielerisch war die Equipe Tricolor deutlich überlegen und hatte schon zwei Gebälktreffer auf dem Konto, als Honduras´ prominentester Akteur, Palacios, nach einem plumpen Foul die Gelb-Rote Karte sah. Zugleich erhielt Frankreich in dieser Situation einen Strafstoß zugesprochen, den Benzema wuchtig und platziert ins Netz setzte (44.). Eine Siegchance hatten die Mittelamerikaner nie, und nun, in Unterzahl ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Die neu installierte Torlinientechnik konnte dann in der 48. Minute belegen, dass Honduras Keeper Valladares ein unglückliches Eigentor produzierte. Für den 3:0-Endstand brauchte es wiederum keinen Videobeweis: Benzema hämmerte einen Abpraller aus spitzem Winkel mit Urgewalt in denselben (72.).

Ein höchst unglücklicher Start kostete die Bosnier, dies durfte zumindest anhand des weiteren Spielverlaufs gefolgert werden, ein gutes Resultat gegen Argentinien (Gruppe F). Kolasinac hatte keine Chance zu reagieren, als ihm der Ball nach einem abgefälschten Freistoß Messis gegen das linke Bein sprang und von da ins eigene Tor prallte (3.). Argentinien konnte den Rückenwind der frühen Führung nicht lange nutzen und geriet zunehmend in Schwierigkeiten, als die Osteuropäer sich zu einem ebenbürtigen Kontrahenten entwickelten. Eine starke Reaktion von "Celeste"-Schlussmann Romero (41., Kopfball von Lulic) bewahrte die Südamerika kurz vor der Pause vor einem zu diesem Zeitpunkt allemal verdienten Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel stellte Argentinien auf 4-3-3 um und kam damit besser zurecht. Ein typischer Messi-Treffer - nach einem Sololauf prallte sein Schuss allerdings etwas glücklich vom Innenpfosten über die Torlinie (65.) - schien die Entscheidung gefallen. Bosnien-Herzegowina ging die Kraft aus; der 1:2-Anschlusstreffer durch den eingewechselten Ibisevic konnte keine Reserven mehr freimachen (84.).



Wer die absolute Gerechtigkeit will, kann nicht Fußball spielen.

— Eugen Strigel zur Diskussion um den Videobeweis