Ajax Amsterdam verzeichnete gegen den BVB 68% Ballbesitz, musste sich aber dennoch dem deutschen Meister verdient mit 1:4 geschlagen geben. Die Schwarzgelben hatten die Partie im Griff und gerieten erst in den letzten zehn Minuten in Bedrängnis, als sie bereits deutlich führten. Der 4:1-Sieg machte Dortmunds Gruppensieg perfekt.
Das erfolgreiche Zusammenspiel von Götze und Reus aus der 8. Spielminute erleichterte den Schwarzgelben die Arbeit ungemein. Mit der frühen 1:0-Führung im Rücken fiel es leichter, sich den defensiven Aufgaben zu widmen - denn Ajax beanspruchte die Spielführung für sich und verbuchte über die gesamten 90 Minuten deutlich mehr Ballbesitz. Dortmunds Lauffreude fing jedoch die drängenden Niederländer immer wieder zeitig ab, so dass die Gastgeber keine zwingenden Torchancen herausholten. Stattdessen bekamen sie Probleme, wenn der BVB nach Balleroberung umschaltete, wie in der 36. Minute, als Hummels den am linken Flügel frei stehenden Götze ins Spiel brachte. Der Youngster zog mit dem Leder am Fuß nach innen, versetzte einen Abwehrspieler, legte sich den Ball noch kurz zurecht und traf dann platziert ins kurze Eck zum 2:0. Wenige Minuten später leitete Götze nach einem Freistoß die Vorentscheidung ein. Amsterdams Keeper Vermeer konnte den Aufsetzer zwar noch zur Seite wegfausten, doch dort stand Lewandowski. Am Schuss des Polen war Vermeer auch noch dran, allerdings nicht ausreichend, um zu retten (41.). Auch wenn die Trefferzahl der Dortmunder Offensive ein gutes Zeugnis ausstellte - genauso wichtig wie der Erfolg bei den Gegenstößen war die starke BVB-Abschirmarbeit gegen balltechnisch sehr versierte Niederländer.
Weidenfeller, der bis dahin nicht viel zu tun hatte, verhinderte gegen Eriksen einen möglichen Gegentreffer, als der Däne frei durch war (51.). Ajax gelang es nach der Pause etwas besser, Dortmunds Riegel zu durchdringen. So konnte Schöne aus 16 Metern, zentral vorm Tor abziehen. Der Schuss war allerdings nicht platziert genug, um Weidenfeller zu gefährden (66.). Zuvor musste Bender, der sich bei einem Zweikampf mit Enoh eine blutige Nase holte, ausgewechselt werden (63.). Ajax’ Schmerzen vergrößerten sich auf andere Weise: Erneut hatte Götze den Blick für die Situation, als er dem im 16er lauernden Lewandowski die Kugel zulupfte. Borussias Mittelstürmer pflückte den Ball mit rechts aus der Luft herunter und traf dann aus spitzem Winkel zum 4:0 (67.). Angesichts dieses deutlichen Vorsprunges schaltete der BVB langsam einen Gang herunter. Ajax indes hielt das Tempo hoch, was auch den offensiven Einwechslungen von Schöne, Hoesen und Fischer geschuldet war. In den letzten zehn Minuten wurde Dortmunds Deckung deshalb porös, und Amsterdam erzielte nicht unverdient den Ehrentreffer. Eriksens feine Ballbehandlung brachte Hoesen in eine gute Position und für Weidenfeller gab es gegen dessen perfekten Heber nichts zu halten (86.). In der Gruppe D nicht mehr zu halten waren die Borussen: Da Real Madrid in Manchester nur unentschieden spielte, war den Schwarzgelben der vorzeitige Gruppensieg sicher.
André Schulin
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte: Der Trainingsplatz stand unter Wasser. Die Gute: Es ist keiner ertrunken.
— Uli Maslo