Sicherer 3: 0-Sieg der Selecao

von Günther Jakobsen12:52 Uhr | 01.07.2013

Spaniens Erfolgsserie riss. Den anvisierten Confed Cup-Titel, der "La Roja" noch fehlte, konnte Del Bosques Team nicht erobern, da Gastgeber Brasilien, zumindest an diesem Tag, die klar bessere Mannschaft war. Das unterm Strich sehr ansprechende Turnier endete mit einem würdigen 3:0-Finalerfolg der "Selecao."

Außen, rund um das neu umgebaute Maracana-Stadion herum, offenbarte sich auch während des Finales der Protest im Lande, der eine sozialere Politik für Brasilien einfordert. Innen drin, im nunmehr nur noch für maximal 77.000 Zuschauer zugelassenen, ehemals größten Stadion der Welt (200.000 Zuschauer), demonstrierte die von Felipe Scolari gecoachte „Selecao“, dass sie nach einer Durststrecke wieder der absoluten Weltspitze zuzurechnen ist. Es lief die zweite Minute, da schürten die furios startenden Brasilianer die Begeisterung des erwartungsvollen Publikums an: Im Fünfmeterraum am Boden liegend, schnellte Fred seinen Körper behände herum und schaufelte den Ball zur 1:0-Führung gegen Weltmeister Spanien in die Maschen. Falls die Brasilianer überhaupt Zweifel an einem Erfolg gegen die zuvor 29 Pflichtspiele ungeschlagenen Iberer hatten - dieses Tor wischte sie weg. Derweil Spanien nicht ansatzweise dazu kam, sein Kurzpassspiel aufzuziehen, tauchten die physisch überlegenen Südamerikaner immer wieder gefährlich am Sechzehner der Gäste auf. Die beste Chance, zu erhöhen, ließ Fred in der 32. Minute liegen, als er - von Neymar mit einem perfekt gespielten Pass ideal in Szene gesetzt - überhastet abschloss. Casillas konnte in dieser Situation sein erstklassiges Stellungsspiel beweisen und parieren. Spanien erspielte sich in der ersten Halbzeit eine einzige hochkarätige Chance, als Pedro bei einem schnellen Gegenstoß über halbrechts durch war und das Leder schon an Brasiliens Keeper Cesar vorbei geschoben hatte. Mit einer spektakulären Grätscheinlage schlug der zurückgeeilte Luiz den Ball jedoch noch von der Linie. Die außergewöhnliche Rettungstat wurde den Rängen lautstark honoriert (41.). Der Lärmpegel steigerte sich kurz vor dem Halbzeitgang dann nochmals erheblich: Neymar hatte einen klasse Angriff der Gastgeber mit einem fulminanten Schuss aus halblinker Position zum 2:0 abgeschlossen (44.).

Brasiliens Dominanz setzte sich fort, auch weil Fred gleich nach Wiederanpfiff erneut traf: In einen Querpass Oscars steckte der Stümer den rechten Fuß und lenkte das Leder mit der Innenseite direkt flach ins lange, rechte Eck (47.). Dieses 3:0 beraubte Spanien jedweder Comeback-Chance. Der eingewechselte Navas hatte, wie schon zuvor im Turnierverlauf, mit seinem Spieleintritt zwar für frischen Wind gesorgt und auch einen Strafstoß herausgeholt (Marcelo trat dem FC Sevilla-Spieler in die Haxen). Ramos setzte den Elfer jedoch links vorbei (55.). Obendrein musste Spanien ab der 68. Minute zu zehnt auskommen, da Pique nach einem Foul an Neymar den roten Karton sah - bei Vicente del Bosques Team lief angesichts der brasilianischen Spielstärke wenig zusammen. Lediglich Iniesta konnte sich mehrfach in Zweikämpfen behaupten, blieb, da ohne Unterstützung, jedoch recht wirkungslos. In der Schlussphase, als an Brasiliens Titelerfolg kein Zweifel mehr bestand, brachte der Weltmeister dann aber doch noch ein paar gefährliche Szenen an. Gut platzierte Schüsse von Pedro (81.) und Villa (86.) wurden allerdings vom sprunggewaltigen Cesar stark pariert.

André Schulin



Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.

— Gary Lineker, das Original.