Uruguay fand kein Mittel gegen das Ballbesitz-Diktat der Spanier und war mit der 1:2-Niederlage gut bedient. Die "La Celeste"-Stürmer Suarez und Cavani kamen fast nur über Standards ins Spiel.
„La Roja“-Coach Vicente del Bosque entschied sich zum Turnierauftakt mit einer echten Spitze aufzulaufen. Roberto Soldado sollte als vorderste Anspielstation die Ballstaffetten des Weltmeisters erfolgreich abschließen. Der erste gefährliche Torschuss der Spanier kam indes von der „falschen Neun“: Mittelfeldakteur Fabregas, in Ermangelung eines so genannten echten Stürmers schon mehrmals als einzige Spitze erprobt, setzte das Leder aus 17 Metern gegen den linken Pfosten (10.). Wenig später versuchte Iniesta die klar dominierenden Spanier vom Sechzehnerrand in Führung zu bringen - Uruguays Keeper Muslera parierte jedoch den Heber (16.). Etwas zufällig, doch mitnichten unverdient, kam Spanien doch noch zum zeitigen Führungstreffer. Ein Querschläger fiel Pedro, der sofort abzog, außerhalb des Strafraums vor die Füße. Lugano fälschte den Schuss noch entscheidend ab, so dass Muslera chancenlos in die falsche Ecke sprang (20.). Von Uruguays Klassestürmern Suarez und Cavani war bis dahin nichts zu sehen, da die Südamerikaner überhaupt nicht dazu kamen, konstruktive Angriffszüge aufzubauen. Nach einer knappen halben Stunde dann konnte Cavani ein erstes Ausrufezeichen setzen. Per Freistoß im spanischen Sechzehner in Szene gesetzt, fehlten dem (noch) beim SSC Neapel unter Vertrag stehenden Goalgetter jedoch einige wenige Zentimeter, um seinen im Sprung ausgeführten Kopfball wuchtig und platziert zu setzen. Somit konnte Casillas den Ball sicher aufnehmen (29.). Die Spanier beantworteten das offensive Aufflackern des Gegners umgehend: Fabregas täuschte einen Schuss an, passte jedoch zu Soldado, der aus 14 Metern zum 2:0 traf (32.). Muslera verhinderte reflexartig einen dritten Gegentreffer, als Pique den Ball nach einem Eckstoß aus kurzer Distanz aufs Tor brachte (38.).
Weitere Tore der Spanier lagen anfangs der zweiten Spielhälfte in der Luft. Iniesta (56., rechts vorbei) und vor allem Pedro, der das Leder aus zwölf Metern links vorbei schob (64.), hätten dem Weltmeister einen höheren Vorsprung verschaffen können. Da man die Partie kontrollierte und Uruguay trotz Ausnutzen seines Wechselkontingents nicht zu einer Wende imstande schien, begnügte sich „La Roja“ dann zunehmend mit der Verwaltung des Vorsprungs. Mit einer Standard-Aktion verkürzten die Südamerikaner aber doch noch: Suarez zirkelte die Kugel per Freistoß wunderbar ins linke Eck (88.). Allein, der Treffer kam viel zu spät. „Die Spanier haben ihr Spiel weitgehend durchgebracht, vor allem in der ersten Halbzeit. Uns mangelte es an der nötigen Ordnung, und auch bei der Balleroberung hat es gehapert“, erkannte Uruguays Trainer Oscar Tabarez den Erfolg des Gegners an.
André Schulin
Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC.
— Sean Dundee