Die Niederlande, mit Russland einziges verlustpunktfreies Team der UEFA-Qualifikationsgruppen, sollte nicht mehr abzufangen sein. In den anderen Gruppen ist die Frage nach dem Gruppensieger längst noch nicht entschieden.
Die beiden Spieltage im März dürften vorentscheidend dafür gewesen sein, dass in der Gruppe A endgültig Belgien und Kroatien als einzige Anwärter auf die Plätze eins und zwei verblieben. Das punktgleiche Duo (jeweils 16 Zähler) gewann seine Partien und distanzierte die vier Konkurrenten überdeutlich. Der nächste Verfolger Serbien (7) benötigt tatsächlich einen Erdrutsch, um sich für die letzten vier Partien noch Chancen ausrechnen zu können. „Dieses Team wächst und wird immer reifer“, freute sich Belgiens Coach Marc Wilmots über seine „Roten Teufel“, für die Hazard in beiden Spielen gegen Mazedonien traf. Eine vergleichbare Konstellation mit zwei souverän führenden Mannschaften bietet nur noch die Gruppe I an. Hier sind es die favorisierten Teams aus Spanien (11) und Frankreich (10), die sich - im einzigen Fünferfeld der UEFA-Quali - absetzten. Den Spaniern gelang im direkten Duell ein Bigpoint. Nachdem sie im Hinspiel vor eigenem Publikum nur zu einem Unentschieden (1:1, Okt. 2012) kamen, sorgte in Paris Pedros 1:0-Siegtreffer (58.) für Erleichterung beim Weltmeister. Damit war auch das erstaunliche 1:1-Remis gegen Finnland kompensiert.
Ein, bei gleicher Spielzahl, enteilter Spitzenreiter ist derzeit lediglich in Gruppe D zu finden. Hier ziehen die Niederländer mit sechs Siegen aus ebenso vielen Partien einsam ihre Kreise. Von den verbleibenden Mannschaften drängte sich keine als zwingender Anwärter für Platz zwei auf. Den Ungarn reichten zuletzt die beiden Remis gegen Rumänien (2:2) und in der Türkei (1:1), um sich mit 11 Zählern vorläufig diese Platzierung zu schnappen; Rumänien (10) rangiert in Schlagdistanz dahinter, der Türkei (7) bleiben noch Restchancen.
Drei an der Spitze sehr nahe beisammen liegende Mannschaften kennzeichnet die Lage in der Gruppe E. Hier büßte die Schweiz (11) durch das torlose Unentschieden auf Zypern ihren klaren Vorsprung ein; Island (2:1 in Slowenien) und Albanien mit dem doch überraschenden 1:0-Auswärtssieg in Norwegen (7) kamen bis auf zwei Zähler an die Eidgenossen heran.
In den restlichen Gruppen verwehrt die ungleiche Spielzahl einen klaren Überblick. Der 4:1-Sieg der Deutschen über Kasachstan weist die DFB-Elf (16) momentan als eindeutigen Spitzenreiter der Gruppe C aus, doch Schweden (8) hat zwei Partien Rückstand und könnte in Reichweite kommen. Im Ringen um Platz zwei sind auch Österreich und Irland (jeweils 8 Punkte) noch dabei. Italiens (13) Vorsprung vor Bulgarien (10) in der Gruppe B könnte noch deutlicher werden, da die Azzurri ein Spiel weniger ausweisen. Hier sind auch die Teams aus Tschechien (8) und Dänemark (6) noch im Geschäft um den Play-off-Platz.
Russlands (12) Gastspiel in Nordirland fiel den Wetterbedingungen zum Opfer; die von Fabio Capello trainierte Sbornaja blieb jedoch trotz nur vier gespielter Partien an der Spitze der Gruppe F. Das unerwartete Kopf an Kopf Rennen der Verfolger Israel und Portugal (jeweils 11) setzte sich fort, da beide ihre Auswärtsspiele gewannen. Die andere Hälfte der Konkurrenz verblieb in der Statistenrolle. Das Spitzenfeld der Gruppe G zog sich etwas auseinander, da die Slowaken (8) aufgrund ihres 1:1-Remis gegen Litauen zurückfielen und Bosnien-Herzegowina (13) den zuvor gleichauf rangierenden Kontrahenten Griechenland (10) mit 3:1 bezwang. Enttäuschung machte sich auf der Insel breit, da England (12) trotz einer 1:0-Führung (6., Rooney) und gutem Spiel in der ersten Halbzeit am Ende nur ein 1:1-Unentschieden aus Montenegro (14) mitnahm und damit den Sprung an die Spitze der Gruppe H verpasste. Damjanovic glich verdientermaßen für die Gastgeber aus (76.). Die ein Spiel hinterher hängenden Teams aus Polen und der Ukraine (jeweils 8) haben angesichts von fünf ausstehenden Partien auf jeden Fall noch die Chance, um die beiden vorderen Plätze mitzuspielen.
Wir sind nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr Südgiesing, sondern beim FC Bayern München.
— Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern München, über Motivation beim Rekordmeister. Keine gute Idee...