Spanischer Überraschungserfolg

von Günther Jakobsen13:11 Uhr | 13.07.2013

Frankreichs siegreicher Turniereinstieg durfte erwartet werden. Mit dem 3:1 gegen Russland füllten Les Bleues ihre Favoritenrolle aus. Englands 2:3-Niederlage gegen Spanien markierte jedoch ein Überraschungsmoment in der Gruppe C.

Alles andere als ein Erfolg der Französinnen über Russland hätte verblüfft. Die von Bruno Bini gecoachten Les Bleues etablierten sich in den letzten Jahren in der absoluten Weltspitze und avancierten folgerichtig auch zu einem EM-Titelkandidaten. Das Leistungsgefälle zu den Russinnen war von Beginn an unverkennbar. In der 21. Minute musste Elvira Todua, die russische Keeperin, den Ball das erste Mal passieren lassen. Marie-Laure Delie, die mit ihrer Dynamik einen ständigen Unruheherd für die Abwehr der Osteuropäerinnen darstellte, setzte sich mit dem Ball am Fuß ab und knallte das Leder aus zwölf Metern vehement ins linke Eck. Völlig frei im Zentrum stehend, konnte Delie in der 32. Minute eine Flanke von Eugenie Le Sommer annehmen und auf 2:0 erhöhen. Beim exzellent herausgespielten Treffer zum 3:0 (67.) konnte vornehmlich die Vorarbeit Elodie Thomis´ gefallen, die halbrechts nicht zu stoppen war und maßgerecht vors Tor flankte. Le Sommer ließ die Kugel locker abtropfen. Ein Abwehrschnitzer - Wendie Renard rutschte der Ball unter der Schuhsohle durch - ermöglichte Russland die Chance, auf 1:3 zu verkürzen. Elena Morozowa nahm diese Einladung gerne an (86.). Mehr war für Russland nicht drin.

Im zweiten Spiel der Gruppe C setzte sich der Außenseiter durch. Die ersten Treffer dieses packenden Schlagabtausches zwischen England und Spanien fielen früh: Mit einem langen Sprint düpierte Veronica Boquete (kurz: Vero) die englische Defensive und brachte das Leder dann aus etwa sieben Metern in der 5. Minute zum 1:0 im gegnerischen Netz unter. Die Führung währte aber nur kurz, da Spaniens Abwehr ein Zuspiel auf Eniola Aluko nicht abfangen konnte: die Stürmerin von Birmingham City traf ebenfalls aus ungefähr acht Metern zum 1:1-Ausgleich (8.). Beide Teams schenkten sich in der Folgezeit nichts, sparten sich weitere dramatische Höhepunkte jedoch für die Schlussphase auf. Spanien legte erneut die Führung vor, nachdem Jennifer Hermoso (Jenni) einen Abpraller aufnahm und mit links aus kurzer Distanz in die Maschen drosch (86.). Die Engländerinnen anworteten in der 89. Minute. Laura Bassett kam nach einem Eckstoß im Sechzehner der Spanierinnen an den Ball und lupfte ihn ins Tor. Der Schlusspunkt war dies jedoch nicht. Adriana Martin schlug in der dritten Minute der Nachspielzeit von links eine Flanke vor das englische Tor. Alexia Putellas´ (Alexia) Kopfball prallte vom Kopf der britischen Torhüterin Karen Bardsley zum 3:2-Sieg Spaniens über die Linie.



Ich habe bei der WM in Frankreich keine Probleme mit der Verständigung, ich kann kein Französisch.

— Hans Krankl