Spitzenklubs auf Reisen

von Günther Jakobsen15:19 Uhr | 26.09.2014

Der sechste Spieltag: Kasper Hjulmand genießt die englische Woche, Dieter Hecking kritisiert falsche Entscheidungen, Robin Dutt findet Wolfsburg unberechenbar und Joe Zinnbauer fordert mehr Ruhe.

Der sechste Spieltag nimmt am Freitag einen vielversprechenden Auftakt. Mainz und Hoffenheim starteten gleichermaßen erfolgreich in die Saison - ein Gewinner dieses Spiels würde sich in der Spitzengruppe festsetzen. Für FSV-Coach Kasper Hjulmand ist die "Englische Woche" kein Problem:
"Es ist sehr schön, viele Spiele zu haben." Konkretes zu seiner Aufstellung wollte er vorab jedoch nicht sagen. Hoffenheims Trainer Markus Gisdol ließ sich wenigstens eine Aussage entlocken: "Es wird ziemlich sicher mehr als eine Änderung in der Startelf geben." Am Samstag dürfte dann das ewige Duell zwischen Schalke und dem BVB in den Mittelpunkt rücken; hüben wie drüben fehlen etliche Stammkräfte. "Beide Mannschaften sind ein bisschen ins Stottern geraten", beschreibt S04-Trainer Jens Keller die Lage der Traditionsklubs - was sowohl auf die personelle Situation wie auch das bisherige Abschneiden zutrifft. Interessant sollte auch das Duell der Tabellennachbarn Paderborn und Mönchengladbach werden. Der Aufsteiger muss zeigen, wie er die 0:4-Niederlage beim FC Bayern verdaut hat. "Vom Papier her können wir gegen diese Gegner nichts holen", zieht SCP-Coach André Breitenreiter gleich den Widerpart des darauf folgenden Spieltags (Leverkusen) in seine Betrachtung ein. "Wir müssen sehr kompakt spielen und an unsere Stärken glauben", empfiehlt er. Das Spitzentrio der Liga geht auf Reisen: Der FC Bayern gastiert in Köln, Bayer Leverkusen läuft in Freiburg auf und Hannover misst sich mit dem VfB Stuttgart. Im Norden treffen außerdem der VfL Wolfsburg und Werder Bremen aufeinander; ein Duell der Unzufriedenen. "Wir müssen sehen, dass wir schleunigst in die Spur kommen", kritisierte Dieter Hecking. "Wir treffen im Moment zu oft die falsche Entscheidung ...", ging er auf einzelne Situationen ein. Sein Bremer Pendant Robin Dutt ist auch etwas irritiert: "Man wird im Moment nicht so richtig schlau, wenn man den VfL Wolfsburg beobachtet", sagt er. "Ich denke, dass das Team deutlich stärker ist als die fünf Punkte es zeigen. Letztendlich ist es die gleiche Geschichte wie bei uns ..."

Am Sonntag laufen dann vier Teams aus der unteren Tabellenhälfte auf. Augsburg, ohne den am Sprunggelenk verletzten Mölders, gegen die Berliner Hertha und der Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt. "Wir müssen ruhiger in die Spitze spielen ...", fordert HSV-Trainer Joe Zinnbauer mehr Konzentration beim Herausarbeiten von Torchancen. Die am Ende des Klassements platzierten Hanseaten sehnen dringlichst ihr erstes Saisontor herbei. Dies zu verhindern ist in hohem Maße die Aufgabe des Gästekeepers, der bei der Eintracht nach Trapps Verletzung Felix Wiedwald heißt und sein erstes Bundesligaspiel vom Anpfiff an bestreitet. "Wir haben vor der Saison beiden Torhütern das vollste Vertrauen geschenkt. Das hat sich zu keinem Moment geändert", erklärt Thomas Schaaf, warum Wiedwald zur Nummer eins aufrückte. Der kurzfristig verpflichtete Timo Hildebrand bleibt in Reserve.



Wir können jetzt in die Osterferien gehen. Ich hab gerade der Mannschaft gesagt: Ich kann se morgen net sehe!

— Klaus Schlappner nach dem Südwest-Derby Mannheim gegen Lautern.