Nigeria feierte einen deutlichen 4:1-Erfolg über Mali. Die Leistungssteigerung der "Super Eagles" ging einher mit einer schwachen Defensivvorstellung der Malier. Burkina Faso kämpfte sich überraschend, aber nicht unverdient gegen Ghana ins Finale durch.
Die erste Viertelstunde gehörte Mali. Das Team von Coach Patrice Carteron zeigte ein gefälliges Aufbauspiel und kam auch ein paar Mal gefährlich vor das nigerianische Tor. Ein Vorstoß der „Super Eagles“, den Malis Torwart Samassa in höchster Not per Fußabwehr zunichte machte (15.), durfte jedoch als Warnung verstanden werden, dass Nigeria nun aufgewacht war. Malis Abwehr indessen ließ Schwächen erkennen. Moses’ trickreiche Einlage am rechten Flügel war dann entscheidend für die 1:0-Führung Nigerias. Der Chelsea-Stürmer flankte wunderbar vors Tor und Elderson köpfte problemlos ein (25.). Fünf Minuten später brach Nigeria erneut über rechts durch: Nach Emenikes flacher Hereingabe war Brown schneller als sein Gegenspieler am Ball und traf aus kurzer Distanz. Beim 3:0 der „Super Eagles“ war dann eine Portion Glück im Spiel. Emenikes 18-Meter-Freistoß wurde durch einen Spieler in Malis Abwehrmauer dermaßen krass abgefälscht, dass Samassa überhaupt keine Chance blieb (44.). Dem deutlichen Halbzeitrückstand zum Trotz versuchte Mali alles, die Sache noch zu wenden. Die Einwechslungen von Diarra (46.) und Diabate (56.) sorgten für erhöhte Gefahr im Angriff, und nicht von ungefähr produzierte dieses Duo den 1:4-Ehrentreffer (75., Diarra traf nach Diabates Vorlage). Zuvor jedoch hatte sich Malis Abwehr einmal mehr als äußerst porös erwiesen. Musa war nach einem Zuspiel in die Spitze frei durch und tunnelte Samassa zum zwischenzeitlichen 4:0 (60.).
Beim FC Augsburg konnte Bancé seine Torgefährlichkeit noch nicht nachweisen. Im Halbfinale Burkina Fasos gegen Ghana avancierte der Stürmer jedoch zum Leistungsträger. In einem Spiel, das sie gegen den Favoriten Ghana mindestens gleichwertig gestaltete, geriet die Mannschaft Burkina Fasos durch eine Schiedsrichterfehlentscheidung - nicht die einzige während der Partie - in Rückstand. Panandetiguiris Einsatz gegen Atsu wähnte der Unparteiische als elfmeterwürdig; Wakaso nutzte das Geschenk zum 1:0 (13.). Nach einer Stunde Spielzeit traf der einsatzfreudige Bance, zentral vollkommen freistehend, zum verdienten 1:1. Mit leichten Vorteilen für Ghana, allerdings ohne Torerfolg, endeten die regulären 90 Minuten. In der Verlängerung kippte der Spielverlauf, nun war Burkina Faso das dominante Team. Trotz guter Möglichkeiten blieben allerdings auch die „Stallions“ ohne Treffer. Besonders bitter jedoch: Drei Minuten vor dem Ende wurde Pitroipa im 16er gefoult. Statt eines Elfers bekam er wegen angeblicher Schwalbe aber die Gelb-Rote Karte und verpasste das Finale. Im Elfmeterschießen hatte Burkina Faso nämlich nur einen Fehlversuch (Koulibaly), derweil bei Ghana Vorsah, Clottey und abschließend Agyemang (Diakite hielt) scheiterten. Bancé hatte Burkina Fasos letzten Elfer souverän verwandelt.
Wunderbar, wie er seinen Körper zwischen sich und den Gegner schiebt.
— Udo Lattek