DFB-Pokal - News

Synchron-Rutschen

von Günther Jakobsen13:27 Uhr | 29.04.2015

Wenn es auch nicht unbedingt ein Feuerwerk der Spielkunst war - das Halbfinale zwischen den Bayern und Borussia Dortmund bot Dramatik, hohes Tempo und eine Vielzahl interessanter Aktionen und Situationen, die oftmals zu Ungunsten der Münchner endeten. Das I-Tüpfelchen des für sie rabenschwarzen Abends erwartete die Gastgeber im Elfmeterschießen.

Pep Guardiolas Analyse hatte seine Berechtigung: "Es war unser bestes Spiel gegen den BVB in meiner Amtszeit", erklärte der Spanier. In der Tat waren die Münchner über sehr große Teile der Begegnung feldüberlegen, sicher im Passspiel und stark in der Rückeroberung des Balles. Dass die Anzahl klarer Torchancen trotzdem in überschaubarem Rahmen blieb, lag an Dortmunds frühen Störaktionen, die bereits den Spielaufbau empfindlich behinderten. Der Durchbruch dann in der 29. Minute: Nach einem abgefangenen BVB-Angriff bediente Benatia Lewandowski mit einem lang geschlagenen Ball. Der Ex-Dortmunder lupfte das Leder zunächst gegen den Pfosten, kam jedoch an den Abpraller heran. Aus spitzem Winkel schob er zum 1:0 ein; Sokratis und Langerak sahen in dieser Szene nicht gut aus. München hatte die Sache im Griff, auch zu Beginn der zweiten Halbzeit deutete nichts auf eine Wende hin. Schiedsrichter Gagelmann ("Das tut mir sehr leid, das war im Spiel so für mich nicht zu erkennen") übersah in der 56. Minute ein Handspiel Schmelzers im Strafraum, was den FCB um einen Strafstoß brachte. Der Charakter des Spiels veränderte sich jedoch erst nach den ersten Wechseln: Auf Münchner Seite wurde Thiago durch Robben ersetzt (68.), während beim BVB Mkhitaryan für Kagawa kam (70.). Robben fand keine Bindung und schied wenig später verletzt aus (84., Götze kam), derweil Mkhitaryan dem Spiel der Schwarzgelben einen Zugewinn an Durchschlagskraft verlieh. Der Armenier leitete mit einem Querpass auch den Ausgleich ein - Aubameyang zog aus spitzem Winkel ab, Neuer erwischte das Leder erst klar hinter der Linie (75.). Die Borussen waren nun am Drücker und drängten auf einen zweiten Treffer. Mit einem starken Reflex gegen Reus´ Abschluss verhinderte Neuer in der 82. Minute einen möglichen Rückstand sowie eine Entscheidung in der regulären Spielzeit.

Die Verlängerung stand dann wieder im Zeichen der Bayern, die durch den für Müller eingewechselten Schweinsteiger (76.) zwei hochkarätige Möglichkeiten verpassten. Sein erster Kopfball segelte über den Querbalken (102.), beim zweiten Versuch parierte Langerak glänzend (115.). Nach einem Zusammenprall mit Dortmunds Keeper musste Lewandowski kurz vom Platz (117.) und wurde später mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gefahren. Zu diesem Zeitpunkt spielte der BVB bereits in Unterzahl, da Einwechselspieler Kampl (83., für Blaszczykowski) sich einen dummen Platzverweis einhandelte (108., Gelb-Rot). Die Extra-Zeit blieb jedoch torlos - man schritt zum Elfmeterschießen. FCB-Kapitän Philipp Lahm machte den Anfang. Er visierte das rechte obere Eck an, rutschte jedoch weg und der Ball rauschte am Tor vorbei. "Es gibt sicher bessere Momente auszurutschen als im Elfmeterschießen", meinte Lahm anschließend. Derselbe Text dürfte auch Xabi Alonso durch den Kopf gegangen sein. Der Spanier trat als zweiter Schütze der Bayern an, peilte die gleiche Ecke an - und rutschte ebenfalls weg. Götze scheiterte an Langerak und Neuer, als vierter Schütze der Gastgeber, knallte die Kugel an den Querbalken. Ohne einen einzigen Treffer gingen die Münchner somit aus dem Penalty-Schießen heraus; dass Hummels ebenfalls nicht traf (Neuer parierte), blieb nur eine Randnotiz. Es reichte, dass Gündogan und Kehl ihre Versuche erfolgreich abschlossen.

André Schulin



Der liebe Gott in seinem Zorn / schickt Bielefeld statt Paderborn.

— Günter Klein (Münchner Merkur) nachdem Bielefeld mit einem 4:0-Sieg über Dynamo Dresden den Aufstieg nahezu perfekt machen konnte, während Paderborn in der 1. Liga abgeschlagen auf Rang 18 rangierte.