DFB-Team

Teils sehr enge Geschichten

von Günther Jakobsen12:43 Uhr | 09.06.2013

Während sich die DFB-Kicker bereits an ihren Urlaubsorten den Freizeitphotographen in Pose stellen können, muss sich die überwiegende Zahl der Nationalmannschaften noch durch die WM-Qualifikationen bzw. den Confed-Cup arbeiten. Nach einer für die meisten Aktiven voll gepackten Saison konnten nicht alle favorisierten Teams in den europäischen Gruppen die Erwartungen erfüllen. Einige kamen nur mit einem "blauen Auge" davon.

In der Gruppe A überraschte das bislang sieglose Team der Schotten in Kroatien mit einem 1:0-Erfolg. Durch ein Tor von Snodgrass (26.) unterbrach der Außenseiter unter dem Coach Gordon Strachan den Lauf des Tabellenzweiten, der nahezu in Bestbesetzung angetreten war. Währenddessen nutzte Tabellenführer Belgien die Gelegenheit, sich etwas abzusetzen, bezwang Serbien in Brüssel mit 2:1. Der Ex-Bremer und künftig wohl wieder für den FC Chelsea auflaufende Kevin de Bruyne schoss das 1:0 (13.), Fellaini erhöhte auf 2:0 (60.), das 1:2 durch Kolarov (87.) brachte den Serben nicht mehr viel. Damit vergab das Team von Sinisa Mihajlovic seine wohl letzte Möglichkeit zur WM-Teilnahme.

Tschechien trotzte Italien in der Prager Generali Arena in der Gruppe B zwar eine Nullnummer ab, dürfte aber gleichfalls dadurch auch aus dem Rennen um die Tickets nach Brasilien sein. Da hätte schon ein Sieg hergemusst. Für eine kleine Überraschung sorgte WM-Quali-Winzling Malta in Armenien. Das einzige Tor in Yerevan erzielte der Ex-Lauterer Michael Mifsud schon nach acht Minuten. Malta zog nach Punkten mit dem Konkurrenten gleich.

In Ruhe konnten sich die Deutschen das Treiben in "ihrer" Gruppe C, weil spielfrei, betrachten. Mit Österreich und Schweden trafen zwei der drei ärgsten Rivalen der Löw-Truppe in Wien aufeinander. Die Elf von Marcel Koller legte schon im ersten Durchgang ein 2:0 vor. Verantwortlich waren Alaba per Elfer (26.) und Janko (32.), während den Schweden nur ein später Treffer durch Elmander (82.) glückte. Da auch Irland gegen Färöer mit 3:0 die Nase vorn behielt (alle Tore erzielte Robbie Keane), rutschte die Dreikronenelf auf Rang vier ab, kann aber durch einen Heimsieg gegen die Kicker von den Schafsinseln am Dienstag wieder gleichziehen. Somit lief für Deutschland also alles bestens, weil sich die Konkurrenz weiterhin gegenseitig zerfledderte.

Da die Gruppe D mit den Niederlanden spielfrei blieb, nun der kurze Blick auf die Gruppe E, in der es weiter absolut spannend blieb. Zwar konnte sich die Schweiz durch das 1:0 gegen Zypern etwas absetzen, doch die Eidgenossen benötigten ein Tor von Haris Seferovic in der Schlussminute, um den Außenseiter aus dem Mittelmeer zu bezwingen. Weiterhin unerwartet die Platzierungen ab Rang zwei: Albanien behauptete den ersten Verfolgerplatz durch ein 1:1 gegen Norwegen. Rama (41.) legte für die Skipetaren vor, Hogli (87.) sicherte immerhin den einen Punkt für die Skandinavier. Dritter blieb Island, trotz des 2:4 gegen die bislang enttäuschenden Slowenen. Nach einem 2:2 zur Pause stellten Cesar (61.) und Krhin (85.) den erst zweiten Dreier bei vier Niederlagen für Slowenien her, das somit seine letzte kleine Chance auf Brasilien wahrte.

Um nicht weiter an Boden zu verlieren, musste Portugal in Gruppe F daheim gegen Russland unbedingt drei Punkte einsammeln. Das Unterfangen gelang knapp. Helder Postiga markierte den einzigen Treffer der Partie bereits nach neun Spielminuten, Portugal übernahm die Tabellenführung von den Russen, die allerdings noch zwei Spiele nachholen müssen und weiterhin die besten Karten in der Hand behielten. Im Duell der Underdogs dieser Gruppe trennten sich Aserbaidschan und Luxemburg 1:1. Das Team von Berti Vogts ging zwar durch Abishov nach 71 Minuten in Front, doch die Spieler aus dem Herzogtum glichen durch Bensi (80.) alsbald aus.

Verblüffend überzeugend verteidigte Bosnien-Herzegowina seine Führungsposition in der Gruppe G. In Lettland gelang ein 5:0-Kantersieg, den Lulic (48.), Ibisevic (53.), Medunjanin (63.), Pjanic (80.) und Dzeko (82.) herausschossen. Verfolger Griechenland blieb allerdings dran, entführte mit 1:0 die Zähler aus Vilnius in Litauen. Christodoulopoulos traf in der 20. Minute. Sensationell knöpfte zudem Liechtenstein der Slowakei in Vaduz einen Punkt beim 1:1 ab. Martin Buechel hatte den krassen Außenseiter nach 13 Minuten in Führung gebracht, Durica (73.) gelang nur noch der Ausgleich.

Spitzenreiter Montenegro musste in der "England-Gruppe H" seine erste Schlappe hinnehmen. In der Ukraine hatte die Überraschungself noch 1:0 gesiegt, doch daheim in Podgorica ging beim 0:4 alles schief. Drei Spieler flogen vom Platz: Zozulia (45., Ukraine) sowie Volkov (66.) und Pavicevic (79.) vom Gastgeber. Zudem gab es sechs Gelbe Karten. Alle Tore der Gäste fielen im zweiten Durchgang: Garmash (52.), Konoplyanka (77.), Fedetskiy (85.) und Bezus in der Nachspielzeit nahmen die zuletzt neun Montenegriner auseinander. Den spielfreien Engländern dürfte das Ergebnis geschmeckt haben, auch dass Polen in Moldawien nicht über ein 1:1 hinaus kam. Dortmunds Blaszczykowskis 1:0 (7.) wurde durch Sidorenco (37.) egalisiert. Polen blieb dennoch auf Tuchfühlung zum Relegationsplatz.

Nur eine Partie fand in der Gruppe I statt, in der Spanien (zum Confed-Cup) und Frankreich dominieren. In Helsinki gelang Finnland ein mühevolles 1:0 gegen Weißrussland durch ein Tor von Hamalainen in der 57. Minute. Das Rückspiel der beiden bereits abgeschlagenen Verfolger der Favoriten findet bereits am Dienstag statt.

Zu den Daten der WM-Qualifikation Europa



Jedes Kind, das heute Verteidiger werden möchte, sollte sich alte Videos von Paolo Maldini anschauen.

— Gianluigi Buffon