Auch in Freiburg geriet Hoffenheim letztlich unter die Räder. Acht Tore brachte das Spektakel im Breisgau, das Freiburg auch dank eines überragenden Max Kruse mit zwei Toren Unterschied spät entschied.
Optimaler Start für das Schlusslicht: Freistoß aus dem linken Halbfeld durch den zuvor gefoulten Rudy, im Durcheinander am Torraum behielt Delpierre den Überblick und versenkte den Ball im linken Eck (2.). Vier Minuten später hämmerte Mujdza die Kugel zwar weit über den 1899-Kasten, doch der Schock schien für den SC schnell überwunden. In der 9. Minute prüfte Makiadi Torwart Wiese aus spitzem Winkel mit einem Kopfball, es folgten zudem kurz hintereinander vier Eckstöße für Freiburg, das mit viel Wucht stürmte, aber vorne zu überhastet agierte. Doch die Breisgauer hielten den Druck hoch und hatten alsbald Erfolg. Über links kam der Ball nach unzulänglicher Abwehrarbeit der Gäste zentral auf Guéde, der mit langem Bein direkt verwandelte (17.). In der Folge häuften sich die Fehler im Mittelfeld, der Ball kam kaum noch in die 16er. Wie aus dem Nichts platzierte Schuster allerdings nach 27 Minuten eine Flanke vom rechten Flügel links an den Fünfer, Wiese zögerte im Herauslaufen, Kruse flog heran und köpfte zum 2:1 ein (27.). Vier Minuten später zirkelte der Torschütze einen Freistoß aus zentraler Position nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Hoffenheim konnte sich kurz befreien, aber Usami scheiterte nach einem Solo über links an Keeper Baumann (32.). Ansonsten blieb Freiburg jedoch öfter Zweikampfsieger oder doppelte geschickter. Ein weiterer Durchbruch von Usami aber brachte den SC zwar erneut in Gefahr, der Japaner kickte die Kugel aber einen knappen Meter neben den Pfosten ins Toraus (35.). Freiburg blieb indes federführend. Einzig Wiese verhinderte vor der Pause ein weiteres Tor gegen den plötzlich frei vor ihm auftauchenden Guéde, tauchte rechtzeitig ab (40.) und rettete auch drei Minuten später nach einem Eckball mit den Fäusten gegen den Freiburger Angreifer.
Sekunden nach dem Anpfiff hatte Kruse bereits wieder eine Chance, schoss am zweiten Pfosten jedoch volley hoch drüber. Die Schwarzwälder kontrollierten das Spiel weiterhin, da sich Hoffenheim auch hinten einigelte - trotz Rückstand. Schuster zielte nach 56 Minuten ans Außennetz, aber im Gegenzug stand der eingewechselte Vukcevic halblinks im Strafraum nach einem Fehler von Sorg plötzlich frei und traf zum für 1899 schmeichelhaften 2:2. Fast wäre ein Ausflug von Baumann zum Doppelschlag für die Gäste geworden, doch nur eine Minute nach dem Ausgleich klärte der Keeper im Nachsetzen. Auf einmal war die Babbel-Elf am Drücker, Baumann musste nach einer abgefälschten Bogenlampe zur Ecke retten (61.). Das Spiel war in dieser Phase völlig offen, ging zügig hin und her. Die nächste Möglichkeit fiel Diagné nach einem Freistoß vor die Füße, doch es wurde zur Ecke geklärt. Schuster zog sie von links auf den zweiten Pfosten, Wiese flog am Ball vorbei und Diagné war per Kopf im zweiten Versuch erfolgreich (68.). Der ehemalige Nationaltorhüter flog auch unter der nächsten Flanke durch, doch es war kein SC-Spieler zur Stelle (72.). Allerdings mischten auch die Kraichgauer weiter mit: Josule auf Usami, und der Japaner nahm vom 16er zentral Maß, traf stramm ins rechte Eck (76.). Nun wurden die letzten Spielerwechsel getätigt und prompt ging der Sportclub erneut in Führung. Wiederholt flog ein Eckball an Wiese vorbei, Makiadi mutterseelenallein am linken Pfosten und das siebte Tor der Partie war perfekt (84.). Doch es ging weiter: der überragende Kruse steckte für Freis in den 16er durch, der umkurvte Wiese und das Spiel war endgültig entschieden. Wiese lenkte noch ein Schmid-Geschoss an die Latte (89.), Freis schoss abschließend knapp am rechten Pfosten vorbei, dann war das muntere Scheibenschießen zu Gunsten der Breisgauer beendet.
Ulrich Merk
Wenn er nicht auf dem Teppich bleibt, bekommt er einen auf die Glatze!
— Hermann Gerland, Trainer VfL Bochum, über Stürmer Uwe Leifeld.