Trainingsleiter vor der Winterpause

von Günther Jakobsen12:34 Uhr | 20.12.2013

Auch der 17. Spieltag der Bundesliga liefert interessante Auseinandersetzungen, deren Ergebnisse in der kurzen Winterpause wesentliche Maßnahmen in Sachen Spielerverpflichtungen und Trainerneubesetzungen auslösen könnten.

Am Freitag treffen mit Frankfurt und Augsburg zwei Kontrahenten aufeinander, deren Trainer aktuell beste Rückendeckung von ihren Vereinsspitzen verspüren. Während die Erwartungen beim FCA-Trainer Weinzierl geradezu sensationell über dem Plan liegen, wurde Eintracht-Coach Veh nach anhaltenden Negativserien schon auf einem wackeligen Stuhl gesehen. Allerdings hat der Vorstandsvorsitzende Bruchhagen solche Vorstellungen abgeschmettert, indem er Veh explizit stärkte ("Kann jederzeit verlängern!"). Das Spiel selbst ist völlig offen. Verletzungsgeplagte Dortmunder haben die Hertha vor der Brust, wollen den Abstand zum FC Bayern nicht weiter anwachsen lassen. Doch die Hauptstädter sind auswärts besonders unbequem, unterlagen nur in München und Wolfsburg. Beide Trainer können davon abgesehen absolut in Ruhe weiterarbeiten. Wohin geht die Reise für Robin Dutt und Werder Bremen? Gegen Leverkusen will man nach einer ganz fiesen Phase unbedingt Hoffnung für 2014 schöpfen, doch die Chancen sind derzeit eher gering, alles andere als ein Erfolg der Hyypiä-Truppe überraschend. Dutt wird übrigens ebenfalls der Rücken gestärkt. Im Frühjahr muss er allerdings spätestens für die Wende zum Besseren sorgen, das Abstiegsgespenst nachhaltig verjagen. Trotz zuletzt wenig Erfolg ist Freiburgs Übungsleiter Streich nicht in Gefahr, besitzt wohl eine Art Freifahrtsschein. Anders ergeht es momentan seinem Gegenüber Slomka bei Hannover 96. Es würde auch bei einer Niederlage auf das "Wie" ankommen, droht Präsident Kind, der seinem Coach aktuell alles andere als eine Garantie in den Schwarzwald mitgibt. Vom Auf und Ab in Hamburg ist Trainer van Marwijk (noch) nicht negativ betroffen. Eine Heimniederlage gegen Mainz würde die Medienwelt in der Hansestadt allerdings befeuern, während FSV-Coach Tuchel absolut fest im Sattel sitzt – ungefähr so wie bei Herrn Streich.

Lieberknecht in Braunschweig und Gisdol in Hoffenheim haben zwar völlig unterschiedliche Hinrunden mit ihren Teams zurückgelegt, doch weder bei der Eintracht, noch in Sinsheim wird offensichtlich gedroht. Das Schlusslicht ist da, wo es erwartet wurde, 1899 liefert regelmäßig Torspektakel mit hohem Unterhaltungswert ab. Bei beiden kann die Stimmung, je nach Weiterentwicklung, im Frühjahr jedoch kippen, trotz vollmundiger Treueschwüre. Erfolgloser als der Niederländer Verbeek in Nürnberg kann man kaum eine Wachablösung hinbekommen. Gegen Schalke, wo der Jens Keller ebenfalls mit einer latenten Unruhe leben muss, könnten die Franken einen weiteren Rückschlag erleiden. Ob beide Trainer ihren Job nach der Winterpause noch inne haben werden, wissen nur ganz wenige Entscheider. Völlige Zufriedenheit dagegen in Mönchengladbach und Wolfsburg für Favre und Hecking. Beide Manager stehen aktuell absolut über dem Soll und können unbelastet in einen hoffentlich interessanten Schlagabtausch um die CL-Plätze gehen. Da die Bayern mit ihrem Super-Guardiola und Stuttgart mit einem Thomas Schneider, der einfach keine Stabilität in seine Truppe hinein bekommt, aufgrund der Klub-WM erst im Januar spielen, liegt Akutes nicht an. Bei den Schwaben weiß man allerdings nie... Der Spanier beim Rekordmeister sammelt derweil wohl einen weiteren Pokal für die Vitrine an der Säbener Straße ein, wenn auch einen recht sinnfreien.



Borel, ein Meter 91 ist er alt.

— Werner Hansch, SAT1, über Werder Bremens Torhüter Pascal Borel.