Unterfordert

von Günther Jakobsen12:33 Uhr | 24.10.2013

Dass Pep Guardiola mit van Buyten und Contento eine völlig neue Innenverteidigung aufbot, konnte noch nicht einmal als Test bezeichnet werden: Viktoria Pilsen kam gar nicht dazu, Bayerns Abwehr ernsthaft zu fordern. Wieder einmal stellte der CL-Titelträger in der Königsklasse seine Überlegenheit zur Schau.

Pilsens Trainer Pavel Vrba hatte Probleme, die Chancenlosigkeit seines Teams im Detail aufzulisten. „Auch unsere Spieler haben ihre Qualität, aber sie spielten gegen eine Mannschaft, die in diesen Tagen den Fußball regiert“, lieferte der Tscheche deshalb eine Pauschal-Formulierung ab, die den Leistungsunterschied verdeutlichen sollte. Angesichts des sofort einsetzenden Münchner Drucks auf die Gäste und den Möglichkeiten in der Anfangsphase war es schon erstaunlich, dass die Führung erst in der 25. Minute fiel, als Ribery einen von Robben herausgeholten Foulelfmeter flach über die Linie brachte. Mit spielerischer Leichtigkeit nahm Alaba eine Kopfballvorlage Mandzukics in der 37. Minute mit, versetzte mit schnellem Antritt zwei Gegenspieler und markierte unhaltbar für Gästetorwart Kozacik das 2:0. Viktorias Keeper war es zuzuschreiben, dass Bayern vor der Pause nicht höher führte.

Die einseitige Angelegenheit setzte sich in der zweiten Halbzeit unvermindert fort. Den nächsten Bayern-Treffer landete Ribery, der im Gästesechzehner mit einem kurzen Haken zwei Gegner auf dem falschen Fuß erwischte und dann Kozacik mit einem Lupfer überwand (61.). Götze, gerade eingewechselt, leitete das 4:0 ein. Seinen Flachpass ließ Schweinsteiger unter der Sohle durchrutschen und traf aus der Drehung (64.). In der Nachspielzeit sorgte Götze für den Endstand. Eine Flanke Robbens pflückte er aus der Luft herunter und drosch die Kugel aus kurzer Distanz in die Maschen. Das 5:0-Endresultat erschien letztlich noch als bescheidene Ausbeute, angesichts einer Torschussbilanz von 35:1. FCB-Coach Pep Guardiola gefiel diese erneut überzeugende Champions League-Leistung: „Ich habe gemerkt, dass dieser Wettbewerb für den Verein und die Spieler etwas ganz Besonderes ist“. Der Spanier hielt deshalb eine Anmerkung in anderer Sache für nötig: „Aber in der Bundesliga müssen wir uns noch etwas verbessern“.

André Schulin



Diego Maradona wird im Stadion sein. Er sitzt aus statischen Gründen direkt gegenüber von Reiner Calmund.

— Harald Schmidt.