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Uruguay - an der Nahtstelle

von Günther Jakobsen14:30 Uhr | 14.06.2013

Argentinien, Kolumbien, Ecuador und Chile belegen aktuell die vier sicheren Endrundenplätze, die, neben Gastgeber Brasilien, für Südamerika bereitstehen. Von den Verfolgern hätte Uruguay am ehesten die Chance, in diese Phalanx einzubrechen. „La Celeste“ steht jedoch ein schweres Restprogramm bevor.

Der 14. Spieltag des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL schärfte tabellarisch die Konturen, welches Quartett von den neun Teilnehmern sich direkt für die Endrunde qualifizieren könnte. Tabellenführer Argentinien (13 Spiele/26 Punkte) verpasste zwar die Möglichkeit, mit einem Auswärtssieg in Ecuador vorzeitig alles klar zu machen, durfte mit dem 1:1-Unentschieden bei der heimstarken „Tricolor“ aber dennoch zufrieden sein. Die drittplatzierte Auswahl Ecuadors (12/21) hatte bis dahin alle ihre Heimspiele dieser Qualifikation gewonnen. Eine kuriose Randerscheinung der Begegnung stellte der Platzverweis gegen Argentiniens Mascherano dar. Der Defensivakteur sah in der 88. Minute die Rote Karte, weil er - verletzt auf einem Elektrowagen liegend - plötzlich nach einem der Sanitäter austrat. „Ich habe ihn gebeten, nicht so schnell zu fahren. Aber er hat nicht reagiert“, begründete der Argentinier seine Tätlichkeit. Derweil Argentiniens Endrundenteilnahme quasi garantiert ist, besteht für Ecuador noch ein Handicap darin, drei der vier letzten Spiele auswärts bestreiten zu müssen. Die vom Kolumbianer Reinaldo Rueda trainierte „Tricolor“ kann aber auf ein Fünfpunkte-Polster zu den Rängen fünf (Play-off gegen ein Asien-Team) und sechs blicken.

Kolumbien (12 Spiele/23 Punkte) bleibt nach seinem 2:0-Erfolg über Peru den Argentiniern auf den Fersen und gilt wie der Tabellenführer als sicherer WM-Anwärter. „Die doppelte Runde war vorentscheidend“, meinte Kolumbiens Coach Jose Pekerman, der neben dem Sieg gegen die Peruaner das drei Tage zuvor eingefahrene 0:0-Remis in Argentinien als Erfolg wertete. Chile (13/21) behauptete seinen vierten Rang mit einem 3:1-Sieg gegen Bolivien. Der Ex-Leverkusener Arturo Vidal markierte den Schlusspunkt, für die abgeschlagenen Bolivianer verkürzte der Kurzzeit-Bremer Marcelo Moreno (fünf Einsätze 2009) zwischenzeitlich auf 1:2.

Platz fünf der CONMEBOL-Qualifikation berechtigt in der Endabrechnung zum einem Play-off gegen eine asiatische Mannschaft. Uruguay (12 Spiele/16 Punkte) nahm diese Position dank seines 1:0-Auswärtserfolges (28., Cavani) in Venezuela (13/16) dem derzeit punktgleichen Gegner weg. Die vor allem in der Offensive namhaft besetzten „Urus“ (Cavani, Suarez, Forlan) halten nominell die besten Karten auf Hand, diesen Rang - oder möglicherweise mehr - angesichts von noch vier ausstehenden Spielen zu verteidigen. Doch ihr Restprogramm ist schwer: Man muss gegen alle drei derzeit führenden Teams spielen, darunter auswärts in Ecuador. Auch das im September anstehende Gastspiel ist bereits ein Knackpunkt, da Peru (12/14) sich ebenfalls noch Chancen auf Platz fünf ausrechnet.

André Schulin



Es ist wie ein Marathonlauf mit Hürden.

— Karl-Heinz Rummenigge