Confederations Cup - News

Uruguay machte schlapp

von Günther Jakobsen14:05 Uhr | 27.06.2013

Über weite Strecken sah es danach aus, als könnte Uruguay - trotz geringerer Spielanteile - dem dritten Confed-Cup-Finaleinzug der Brasilianer in Folge einen Riegel vorschieben. Entscheidend wurde dann jedoch, dass die "Selecao" über größere Kraftreserven verfügte.

Die erste bemerkenswerte Aktion des südamerikanischen Halbfinales war ein Foulspiel aus der 13. Minute. Brasiliens Innenverteidiger Luiz zerrte sein uruguayisches Pendant Lugano während eines Eckballs derart heftig zu Boden, dass Schiedsrichter Zencovich auf Strafstoß entscheiden musste. Forlan platzierte den Elfer flach aufs rechte Eck, doch „Selecao“-Keeper Cesar hatte dies geahnt und parierte. In der Folgezeit verschafften sich die Brasilianer Feldvorteile; am Ende sollten sie zu einem Ballbesitzanteil von 64 % kommen. Das große fußballerische Spektakel blieb jedoch aus. Uruguay nahm eine defensive Grundformation ein, an der sich Brasilien, ohne echte Chancen herauszuholen, abarbeitete. Den wenigen Torabschlüssen mangelte es an Präzision. Kurz vor der Pause fiel dann aber doch das 1:0 für die „Selecao“: Durch eine hohe Hereingabe links in Uruguays Sechzehner in Szene gesetzt, trieb Neymar den Ball in Richtung Tor. Seinen Abschluss aus spitzem Winkel konnte Uruguays Schlussmann Muslera mit letztem Einsatz abwehren, der Abpraller fiel aber dem heranstürmenden Fred in den Lauf. Dem Stürmer rutschte das Leder zwar über den Spann, schlug jedoch unerreichbar für die vor der Linie postierten Abwehrspieler im Netz ein (41.).

Eine Kette verunglückter brasilianischer Abwehrversuche ermöglichte Uruguay den Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff. Cavani, bester Akteur der „Celeste“, dessen Aktionsradius selbst den eigenen Strafraum mit einbezog, schnappte sich entschlossen das irrlichternde Leder und traf flach ins lange Eck (48.). Danach schien alles möglich. Brasilien behauptete nach wie vor die größeren Spielanteile, doch Uruguay hielt zunächst mit gefährlichen Gegenstößen die Spannung noch hoch. Ein Freistoß Hulks, den Muslera sicherheitshalber mit der Doppelfaust wegprallen ließ (57.), markierte eine halbwegs ordentliche Chance der Brasilianer. Auf der Gegenseite wäre Thiago Silva nach einer Flanke Forlans fast ein Eigentor unterlaufen (66.) und Cavani hatte Pech, als sein Schuss aus der 79. Minute noch abgefälscht wurde (links vorbei). Zunehmend ins Gewicht fiel dann, dass Brasilien offenbar konditionell die besseren Grundlagen hatte. Uruguay wurde schon im Mittelfeld abgefangen - entlastende Vorstöße der „Celeste“ entfielen somit. Brasiliens später Siegtreffer, von Paulinho per Kopfball nach einer Ecke Neymars erzielt (86.), war angesichts des Kräfteverfalls Uruguays in der Schlussphase nicht mehr überraschend.

André Schulin



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