Vehs Rücktritt

von Günther Jakobsen13:33 Uhr | 24.11.2014

Stuttgarts Trainer Armin Veh räumte nach der 0:1-Niederlage gegen Augsburg seinen Stuhl. Der Hamburger SV konnte dank seines 2:0-Sieges gegen Bremen die Abstiegsränge räumen und Hertha entledigte sich seiner Auswärtssieg-Abstinenz.

Einen Auswärtsdreier hatte die Hertha noch nicht im Repertoire - umso glücklicher waren die Berliner, dass mit dem 2:1-Erfolg in Köln nicht nur dieses Manko entfiel, sondern auch ein wenig Distanz zu den Abstiegsrängen aufgebaut wurde. Jos Luhukay räumte ein, dass man durchaus etwas Glück entwickelt hatte. Zunächst waren die Berliner aufgrund einer feinen Einzelleistung von Beerens in Führung gegangen, dessen abgefälschter Schuss unerreichbar für FC-Keeper Horn vom linken Pfosten über die Linie prallte (28.). Nach Kölns Ausgleichstreffer durch Ujah (58.) verpasste der FC eine mögliche Führung, weil Ujahs Versuch aus der 63. Minute nur am Querbalken landete. Ein krass abgefälschter Freistoßtreffer Ndjengs entschied die Partie schließlich (86.). Luhukay zollte dem ungewohnt in der Innenverteidigung aufgebotenen Hegeler ein Sonderlob ("Diese Maßnahme war auch aus der Not heraus geboren"), während FC-Trainer Peter Stöger seinem Team nur den einen Vorwurf machte: "Wir haben mit unserem Ballbesitz nicht genug herausgeholt."

Der Hamburger SV holte am Sonntagnachmittag im Spiel gegen den Nordrivalen Werder Bremen mehr heraus. Den höheren Ballbesitz verzeichneten Joe Zinnbauers Mannen ohne größere Probleme, weil die Gäste ganz offensichtlich einer stabilen Defensive Priorität einräumten. Viktor Skripniks Konzept ging lange Zeit auf und Hamburgs Anfangselan verpuffte, bis ein Zufallsprodukt - Lukimya verlängerte einen Einwurf per Kopf unglücklich direkt vor Rudnevs´ Füße - die Gastgeber entscheidend begünstigte (84.). In der Nachspielzeit erlebte Werder-Schlussmann Wolf noch einen bitteren Moment, als er einen Pfostenabpraller zum 0:2 ins eigene Tor lenkte und sich in der Szene auch noch verletzte. Der HSV konnte sich in der Tabelle auf Rang 15 verbessern, während Werder nur deshalb der Rücksturz ans Tabellenende erspart blieb, weil Stuttgart sein Heimspiel gegen Augsburg mit 0:1 verlor. Eine fragwürdige Handelfmeterentscheidung gegen Hlousek (Armin Veh: "Beim Elfmeter wollte er die Hand noch wegziehen. Die Regel ist total bescheuert") bescherte dem FCA den Sieg, da Verhaegh souverän verwandelte (72.). Zuvor hatten sich die Augsburger sehr schwer getan, ihre Überzahl (27., Gelb-Rot für Schwaab) auf dem Feld auszudrücken. Noch am Abend der Niederlage teilte Veh dem VfB-Vorstand seinen Rücktritt mit. "Er ist der Überzeugung, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um in die Erfolgsspur zurückzufinden. Wir respektieren seine Entscheidung, obwohl wir auch nach dem gestrigen Spiel von ihm und seiner Arbeit überzeugt waren", erklärte VfB-Präsident Bernd Wahler am Montag.



Ich habe an Giovanni Trapattoni gedacht, den ich von Inter Mailand her als Weltklasse-Trainer kenne.

— Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, auf die Frage, wer neuer FCK-Trainer werden soll.